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Regional Flokati-Flügel: Atze Schröder gastiert in der Göttinger Lokhalle
Nachrichten Kultur Regional Flokati-Flügel: Atze Schröder gastiert in der Göttinger Lokhalle
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00:35 19.03.2015
„Lass dich nicht erwischen, und wenn, mach auf blöd“: Tipp von Atze Schröder in der Göttinger Lokhalle. Quelle: Heller
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Göttingen

„Hallo Göttingen.“ Atze Schröder lässt sich erst mal feiern und genießt das. „Hier hab‘ ich angefangen, Comedy zu machen. Klar, dass ich hier herkommen muss“, sagt der Comedian. Damals habe er aber nur vor ein paar Leuten gespielt. Den ersten Gag lässt Atze natürlich nicht liegen: „Es müssen einige mit Locken heute hier sein.“ Das Programm heißt „Richtig fremdgehen“. Frauenfreundlich sei das Programm, aber moralisch gehe es nicht.

Lockenperücke, Pilotenbrille, Cowboystiefel und immer fröhlich einen flotten Spruch auf den Lippen. So kennt man die Kunstfigur Atze Schröder. Dafür liebt ihn sein Publikum. Zwei Stunden Dauer-Pointen und zwei Stunden Dauer-Lachen, Gackern und Johlen. Der Comedian heizt seinem Publikum ein, und wenn er wie ein Chorleiter die Arme hebt, schallt dazu textsicher die passende Zeile aus zig Kehlen zurück. Die Fans kennen sich aus.

Atze Schröder hat einiges an Tipps mitgebracht. „Lass Dich nicht erwischen, und wenn, mach auf blöd“, lautet die erste Regel. Im Sinne von: „Schatz, gut, dass du kommst. Es hätte Gott weiß was passieren können.“ Aber noch viel wichtiger ist „Paragraf 1aaa: Es muss sich lohnen.“ Alkoholgeschwängerte Horrorszenarien belegen auch gleich, wie man es nicht machen sollte.

„Eine gute Frau ist wie Grünkohl. Der Frost muss zwei Mal drüber gegangen sein“, bekennt sich Atze Schröder zu reifen Frauen. Bei Angela Merkel, Manuela Schwesig und Ursula von der Leyen geht ihm dann auch reichlich die Fantasie durch. TV-Sendungen, Prominente, testosterongetränkte Autofahrten, unterstützende Substanzen, Körperhygiene und Dessous („Funktionsunterwäsche“): Im Kosmos von  Atze Schröder geht es zumeist zielgerichtet zur Sache. Selbst Religion lässt der Comedian nicht aus. So wird die Maßgabe „Liebe deinen Nächsten“ beim Porschefahrer aus Essen zu „Der Nächste bitte.“

Auch kulturelle Unterschiede verschiedener Länder werden beleuchtet. Über Brasilien kommt Atze Schröder zum Fußball und den Sexappeal von Trainergrößen wie Jogi Löw und Pep Guardiola. Wozu Spielernamen wie Schürrle, Mertesacker und Boateng bei Atze Schröder führen und welche Reime er darauf findet, ist aus poetischer Sicht einfach nur konsequent. Den Fans von Atze Schröder gefällt das; Applaus erhält er reichlich – auch am Sonntag in der Lokhalle.

Von Karola Hoffmann

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