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Regional Flott und farbenfroh: „Fame“ auf der Festspielbühne Gandersheim
Nachrichten Kultur Regional Flott und farbenfroh: „Fame“ auf der Festspielbühne Gandersheim
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00:16 03.07.2018
Szene aus "Fame - Das Musical": Die Aufnahmeprüfung ist bestanden, jetzt machen sich die jungen Leute auf den Weg zum Ruhm. Quelle: r
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Bad Gandersheim

Auf den ausverkauften Rängen vor der Stiftskirche Bad Gandersheim hatte ein Publikum überwiegend deutlich jenseits der 30 Platz genommen. Die meisten dürften sich noch gut an die 80er erinnert haben, als die Lieblingsmusik noch nicht aus dem Telefon kam und eben dieses noch nicht Multifunktionsfähigkeiten hatte und zum Mitnehmen war. Tragbare Cassettenrekorder und Ghettoblaster waren damals angesagt - und ein solches Gerät fungierte in Übergröße auf der Bühne als Spind für die Darsteller und als Bühne auf der Bühne. Farbenfroh wie besagtes Bühnenbild waren auch die Kostüme der Akteure und passten in die Zeit, in der die Handlung des Musicals spielt - die frühen 80er-Jahre.

Der Weg zum Ruhm ist harte Arbeit

Die mit wenigen Ausnahmen durchweg jungen Schauspieler mimten junge Schauspieler einer Zeit, in der sie selbst noch nicht einmal auf der Welt waren. „Fame“ - wie schon in der gleichnamigen Filmvorlage von Alan Parker geht es auch beim Musical in der Inszenierung von Marc Bollmeyer auf der Gandersheimer Bühne um die Träume junger Leute vom Ruhm als Tänzer, Schauspieler oder Musiker. Große Hoffnungen, harte Arbeit, strenge Regeln - das alles begleitet die angehenden Künstler durch ihre vierjährige Ausbildung an der renommierten „High School of Performing Arts“ in New York, nachdem sie ihr Casting - die Aufnahmeprüfung bestanden haben.

Unterschiedliche Charaktere

Dem Gandersheimer Ensemble ist es gelungen, die so unterschiedlichen Charaktere und ihre Motivation, ihre Sorgen, Wünsche und Geheimnisse dem Publikum näherzubringen - allen voran Carmen Diaz, dargestellt von Julia Waldmayer, Dance-Captain des Ensembles. Die ehrgeizige und attraktive Carmen fühlt sich ausgebremst und bricht als einzige die Ausbildung zugunsten des schnellen Ruhms ab. Und während Carmen von sich überzeugt ihren Starallüren leiten lässt, erarbeitet sich die schüchterne Serena Katz (Sarah Wilken) den Respekt der Lehrkräfte sowie der strengen Schulleiterin Miss Shermann (Susanna Panzer) und am Ende auch das Herz von Nick Piazza (Lucas Baier).

Probleme junger Menschen damals wie heute

Überzeugt haben aber auch die anderen Akteure auf der Bühne, die nicht im Mittelpunkt standen. Zum Beispiel verbuchte die immer hungrige Mabel Washington (Stefanie Köhm) etliche Sympathiepunkte bei ihren Mitstreitern auf der Bühne und im Publikum, denn im Gegensatz zu ihren weiblichen Mitschülerinnen hat sie mit Gewichtsproblemen zu kämpfen. Ein Beispiel, mit welchen Problemen junge Menschen damals wie heute zu tun haben. Auch gesellschaftskritische Aspekte greifen die Handlungsstränge von „Fame“ auf. Eine präsente Rolle spielt zum Beispiel der coole, schwarze Schauspieler Tyrone Jackson (Dinipiri Collins Etebu), der wegen seines Geheimnisses beinahe von der Schule geflogen wäre. Anfangs stand zu befürchten, dass sich die anzüglichen Andeutungen von Joe Vegas (Daniel Wagner) Anspielungen bis zum Ende durchziehen könnten. Doch zum Glück war die Figur des Spaßvogels schnell erwachsen geworden - zumindest fast.

Mitwippen wie in den 80ern

Von einer musikalischen Karriere träumen der zurückhaltende Shlomo Metzenbaum (Hermann Bedke), der viel lieber Rock oder Jazz statt Klassik spielt und sich in Carmen verliebt, sowie die burschikose Grace Lamb (Selly Meier), die im ACDC-T-Shirt die Drums bearbeitet, und Goodman King (Lukas Janisch), der als Musiker-Nachwuchs seiner Trompete mehr oder weniger schräge Töne entlockt.

Gefordert und gefördert werden die angehenden Künstler auf ihrem Weg zum Ruhm von den Lehrkräften für Tanz, Miss Bell (Miriam Schwan), für Musik, Mr. Sheinkopf (Guidoi Kleineidam), und für Schauspiel, Mr. Myers (Sven Olaf Denkinger), und von Schulleiterin Miss Sherman. Am Ende haben alle außer Carmen ihren Abschluss geschafft. Das Publikum durfte sie auf ihrem Weg zum Ruhm dabei begleiten und dabei nicht nur schauspielerische und tänzerische Leistungen bewundern, sondern auch bei Songs „Ich will sie verzaubern“, „Schau nur nach vorne“ und natürlich den Titelsong „Fame“ mit wippen – ganz so wie damals in den 80ern.

Das Programm der Domfestspiele

Das Programm

Tickets für die Domfestspiele

Karten für die Veranstaltungen der Domfestspiele in Bad Gandersheim gibt es unter der Ticket-Hotline 05382/ 73777 oder online.

Von Britta Eichner-Ramm

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