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Regional Folk-Duo Hazelius Hedin in Northeim
Nachrichten Kultur Regional Folk-Duo Hazelius Hedin in Northeim
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14:57 29.01.2018
Bestechen mit eingängigen Melodien auf alten Instrumenten: das schwedische Folk-Duo Hazelius Hedin. Quelle: Jörg Linnhoff
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Northeim

Das schwedische Folk-Duo Hazelius Hedin war auf einer ersten kleinen Deutschland-Tour mit vier Konzerten unterwegs. Das erste Konzert wurde vom Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und wird am 12. März gesendet.

Auf Einladung der Initiative Kunst & Kultur Northeim e.V. ist Northeim ihre letzte Station und sie freuen sich über einen voll besetzten Bürgersaal. Dieses historische Gemäuer, Teil eines ehemaligen 1474 im gotischen Stil erbauten Klosters, bietet die ideale Kulisse für die teils auch auf sehr alten Liedern beruhende Musik des Duos.

Wohligen Klanggebilde mit der Nyckelharpa

Die eingängigen, meist traditionellen Melodien entfalten sich im Zusammenspiel zwischen den von Hazelius bedienten Instrumenten wie Gitarre, Mandola, Geige sowie einer aus Fichtenholz gefertigten Flöte und der von Hedin gespielten Nyckelharpa zu einem wohligen Klanggebilde.

Die Nyckelharpa, auch schwedische Schlüsselfidel genannt, ist ein Streichinstrument, dessen Saiten mit einem Bogen in Schwingung versetzt werden. Die Tonhöhe der Saiten wird durch das Betätigen von Tasten bestimmt. Diese sollen hölzernen Schlüsseln ähneln. Das Instrument hat zusätzlich einen Satz von zwölf Resonanzsaiten, die bei jedem Ton mitschwingen und dem Instrument seinen sehr eigenen, ätherischen Klang verleihen.

Einer der führenden Folk-Sänger Schwedens

Hedin hat zwei Instrumente dieser Art mitgebracht, von denen das Größere eine von ihm entworfene Spezialausgabe ist, die er sich als Cello-Ersatz gebaut habe, wie er anmerkt, und auch wie ein Cello gestimmt sei. Beide Instrumente sind in eigener Handarbeit entstanden und werden von ihm mit großer Virtuosität im Wechsel eingesetzt. Hazelius ist mit seiner warmen Baritonstimme, die förmlich für diese Musik bestimmt scheint, einer der führenden Folk-Sänger Schwedens.

Mit kleinen humoristischen Anekdoten leiten sie ihre Lieder in englischer Sprache ein, die sich zwischen lebhaften, teils sehr alten Tanzstücken (Polskas) und „Sad Songs“ bewegen. „In Schweden lieben die Menschen es, lange traurige Lieder zu singen“, merkt Hazelius augenzwinkernd an. „Nur Finnland sei ihnen da vielleicht noch voraus.“ „I’m a minor guy“, betont auch Hedin bei der Ankündigung des nächsten Stücks, das von einem benachbarten Organisten des kleinen Ortes, in dem Hedin zu Hause ist und wo alle Häuser rot seien, komponiert wurde.

Begeisterte Besucher und großer Applaus

Das Duo besticht mit Humor und sehr harmonischem Zusammenspiel. In Schweden gäbe es gerade auch bei vielen jungen Menschen seit einiger Zeit ein explosionsartiges Interesse an Folk-Musik, erzählen sie nach dem Konzert.

Die beiden sympathischen Musiker boten einen lebhaften, durchweg lohnenden Ausflug in die folkloristische Klangwelt des hohen Nordens, der von den völlig begeisterten Besuchern mit großem Applaus bedacht wurde.

Von Jörg Linnhoff

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