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Fotografie-Ausstellung „In saeculo lux“

Galerie Ahlers Fotografie-Ausstellung „In saeculo lux“

Sie ist nahezu allgegenwärtig. Und dank digitaler Möglichkeiten kann fast jeder jederzeit Fotos machen. Doch Fotografie ist weitaus mehr, als nur auf einen Auslöser zu drücken. Die Ausstellung „In saeculo lux“ in der Galerie Ahlers rückt die Fotografie in ihrer Bedeutung ins richtige Licht.

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Fotografie-Ausstellung „In saeculo lux“ in der Galerie Ahlers

 

Quelle: Heller

Göttingen. Ihre Anfänge liegen in den 1830er-Jahren. Und als Massenmedium, was die Technik beziehungsweise Technologie und die Produkte betrifft, ist die Fotografie ein oft kaum beachteter Teil des alltäglichen Lebens. Lange Zeit wurde sie reduziert auf ein reines Dokumentationsmedium, dessen Realismus nicht der Anspruch innewohnt, die Welt zu deuten. Doch in den vergangenen Jahrzehnten hat die Fotografie zunehmend die wohlverdiente Anerkennung als eigenständige Kunstform gefunden.

Fotografie-Ausstellung „In saeculo lux“ in der Galerie Ahlers

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„Es gilt mittlerweile sogar die Behauptung, dass das 20. und auf jeden Fall aber das 21. Jahrhundert die Epoche der Fotografie und der fotografischen Medien sei. In der künstlerischen Fotografie wurde das Medium Fotografie zum künstlerischen Ausdrucksmittel mit aufklärerischer, sozialkritischer und ideologischer Wirkung.“ So ist die Bedeutung des Mediums im Katalog zu der Ausstellung „In saeculo lux. Ein fotografischer Streifzug durch das 20. Jahrhundert“ in der Galerie Ahlers formuliert. „Betrachtet man Fotografien als eigenständiges Werk und als Ausdrucksform der bildenden Kunst, so sind sie in diesem Kontext nicht bloß Abbildung der Wirklichkeit, sondern die Interpretation eines Moments.“

Für übliche Sehgewohnheiten von Ausstellungsbesuchern sind die zusammengestellten Fotografien der Sammlung „artbeau4“ aus den Jahren 1905 bis 2015 auf den ersten Blick verhältnismäßig kleinformatig gehalten. Doch genau das lässt den Betrachter näher an die Arbeiten herangehen und genauer hinschauen. Und der Zauber der Fotografien nimmt schnell gefangen.

Zeit und Zeitgeist ist hier festgehalten, gleichsam gebannt. Ein ganzes Jahrhundert wird aufgeblättert. 71 Arbeiten, bis auf zwei Farbaufnahmen allesamt Schwarz-Weiß-Fotografien, von 50 Künstlern und Fotografen.geben einen Einblick in die Vielfalt der Technik und Themen des Mediums, das, wie es der altgriechische Begriff beschreibt, mit Licht zeichnet.

Große Namen wie Henri Cartier-Bresson, Edward Weston, Robert Doisneau, Yves Klein und Robert Lebeck sind vertreten, ebenso wie weniger bekannte oder nur Fachleuten und Fans des Genres geläufige Namen. Auch zahlreiche prominente Persönlichkeiten sind abgelichtet, aber genauso unbekannte Menschen. Porträts wechseln mit Orten, Landschaften und eingefangenen Augenblicken.

Eine Serie des Fotografen Nicolas Tikhomiroff erfasst Edith Piafs letzten Auftritt in Momenten auf und hinter der Bühne. Und die Bilder erzählen eine ganze Geschichte und ein Kaleidoskop an Gefühlen. Das Straßenleben und die Architektur New Yorks hat Berenice Abbott eingefangen, während eine Aufnahme von Augustin Bartu das Gängeviertel in Hamburg in den 1930er-Jahren festhält.

Futuristische Mode im Jahr 1963 setzt Charlotte March in Szene, während Jeanloup Sieff zwei Schulkinder im winterlichen Warschau anno 1955 ablichtet. Und das großartige Titelbild der Ausstellung von Bill Brandt zeigt eine grobkörnige Londoner Hafenstimmung und eine Möwe, die gleichsam dem Bild entschwebt zu sein scheint. Eine Bild wie gemalt. Eine Komposition aus Licht und Grautönen.

Inszenierung trifft hier auf Dokumentation, Einmaligkeit auf Reproduktion, Realität auf Vision und Interpretation. Eine sehenswerte Schau, die Licht in das zurückliegende Jahrhundert bringt. 

Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 4. August, um 20 Uhr in der Galerie Ahlers in Göttingen, Düstere Straße 21. Die Schau ist bis Sonnabend, 2. September, dienstags bis freitags von 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 13 Uhr zu sehen.

Von Karola Hoffmann

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