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Regional Schweißtreibende Grooves in der Musa
Nachrichten Kultur Regional Schweißtreibende Grooves in der Musa
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00:33 16.04.2018
Servierten einen brodelnden Cocktail aus "New Funk" mit fetten Bläsersätzen: FatCat aus Freiburg. Quelle: Jörg Linnhoff
Göttingen

Im vergangenen Jahr ist die Band sogar beim Montreux Jazz Festival aufgetreten. Ihr Auftritt wurde aufgezeichnet und es gibt ihn als LP unter dem Titel „Live at Music in the Park, Montreux Jazz Festival 2017“ zu kaufen. Die Band war auch schon Support für internationale Künstler wie Chaka Khan, Jamie Cullum, Saga oder Anastacia und hat sich in der ganzen Republik einen guten Ruf dank ihrer geballten Live-Power erspielt.

Das Fundament hierfür haben die Musiker an der Freiburger Jazz- und Rockschule gelegt. Die Rhythmusgruppe, bestehend aus Schlagzeuger Damien Stath, Bassmann Fabian Gyarmati-Buchmüller, Gitarrist Jakob Monninger sowie Ferdinand Klamt an den Tasten, spielt bereits seit mehreren Jahren zusammen. Komplettiert wird die Truppe durch die Bläsersektion mit Stefan Erschig an der Posaune, Jakob Jung am Tenor-Sax und Paul Hofer-Bottomley am Alt-Saxophon. Und vorneweg verpasst Kenny Joyner dem Ganzen seine urgewaltige Soul-Stimme.

Reichhaltiger Cocktail aus Funk, Soul, Blues und Pop

Eine „fat cat“ steht im Englischen umgangssprachlich für einen reichen Sack. Reich ist die Band mit ihrer Musik sicher noch nicht geworden, aber sie haben einen reichhaltigen Cocktail aus Funk, Soul, Blues, Pop und Rock im Gepäck. „Champagne Rush“ heißt ihr erstes Studio-Album, aus dem sie an diesem Abend reichlich schöpfen. Und natürlich haben sie auch ihre Live-Aufnahme vom Montreux Jazz Festival dabei und das sogar in farbigem Vinyl, wie Joyner stolz anmerkt. Ihren eigentlichen Drummer haben sie kurzfristig in Elternzeit geschickt und an seiner Stelle sitzt nun der Italiener Roberto Corella.

Dirigierte das begeisterte Publikum mit kleinen Choreografien: FatCat Sänger Kenny Joyner. Quelle: Jörg Linnhoff

Los geht’s mit „Wash My Soul“ und Joyners Stimme allein. Monniger kommt mit einem rhythmischen Gitarren-Lick dazu und als die Bläser die Bühne entern gibt es kein Halten mehr. It´s Party Time. Es ist ihr erstes Konzert auf der Tour und das vorwiegend junge Publikum ist gekommen, um mit ihnen abzufeiern.

Umjubelte solistische Keyboard- und Gitarrenausflüge

Die Band lässt fetzige Funk-Grooves mit Soulfeeling wie in „Nobody Goes Home“ oder heißen Funk á la Prince in „Champagne Rush“, von Joyner in ähnlich hoher Stimmlage gesungen, von der Leine und der Saal ist von Beginn an in Bewegung. „Get On Up“ ist straighter Pop-Soul mit ordentlichem Gebläse dazu. „Whatcha Got Going For Ya“ lässt Raum für umjubelte solistische Keyboard- und Gitarren-Ausflüge. Zwischendurch wird auch mal gerappt und Joyner dirigiert die Menge mit kleinen Choreographien, die das Publikum dankbar annimmt. Die Temperatur steigt von Minute zu Minute im Saal. Zwischendurch geben Balladen wie „Unity“ oder „Wishing Well“, „the Bands favourite“, laut Joyner, Raum zum Durchatmen.

Natürlich haben sie auch ihre brandneue Single „Stolen Diamond“ im Gepäck die, wie Joyner augenzwinkernd verkündet, in Brasilien auf Platz 119 der Charts steht. Mit „Simple And Devine“ verabschiedet sich die Band, aber so schnell wollen die Besucher ihre Party nicht beenden. Mit drei Zugaben kochen die von der Begeisterung sichtlich angetanen Musiker die Menge noch mal so richtig auf.

Große Spielfreude und fette Bläsersätze

„Jumpin´“ ist dann zum Showdown noch mal ein wirkungsvolles Rezept gegen die Schwerelosigkeit und lässt ein sprichwörtlich bewegtes Publikum zurück. Bei dem ein oder anderen kann sich nach komplett durchtanztem Konzert eventuell am nächsten Morgen ein stattlicher Muskelkater einschleichen.

Die acht Freiburger Katzen servierten mit großer Spielfreude einen brodelnden Cocktail aus „New Funk“ mit ganz viel Soul-Feeling und fetten Bläsersätzen und schlichen am Ende schweißgetränkt und von euphorischem Applaus begleitet von der Bühne. Ohne Zweifel, die Band hatte den Groove!

Von Jörg Linnhoff

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