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Freier Wille oder doch eher fremdgesteuert?

Literaturherbst Freier Wille oder doch eher fremdgesteuert?

Sind wir Menschen selbstbestimmt oder doch eher fremdgesteuerte Maschinen? Wie weit ist es her mit dem freien Willen und individueller Verantwortung? Fragen wie diese beschäftigen die Menschheit schon lange.

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Hirnforscher: der US-Amerikaner Michael Gazzaniga.

Quelle: EF

Und jede neue Erkenntnis der Hirnforschung bietet weitere Puzzlesteine, um die Entstehung von Bewusstsein und die Interaktion von Körper und Geist zu erklären. Als anerkannter Experte hat sich auch Hirnforscher Michael Gazzaniga mit dem Thema beschäftigt. Eine sehr ausgewogene Sicht bringt er in das häufig emotionsgeladene Thema ein.

Sein Buch „Die Ich-Illusion – Wie Bewusstsein und freier Wille entsteht“ ist Teil des wissenschaftlichen Programms beim Literaturherbst. Der Originaltitel „Who’s in Charge“ trifft die Thematik fast noch besser: Wer ist für welche seiner Handlungen verantwortlich? Dieser sehr sensible Bereich fordert immer wieder Gerichte und moralische Instanzen heraus.

Gazzaniga beschreibt das Gehirn, seine Funktionen, seine Stärken und Schwächen, wenn es darum geht, uns Menschen erfolgreich durchs Leben zu manövrieren. Seine These: Das Gehirn beeinflusst unsere Handlungen, aber unser Handeln und Erleben ebenso wie soziale und moralische Rahmen beeinflussen auch umgekehrt unser Gehirn. Diese Interaktion und Abhängigkeit ist es auch, die Gazzaniga zu seinem Fazit bringt: „Ich behaupte nun, dass Verantwortlichkeit letztlich ein Vertrag zwischen zwei Menschen und nicht eine Eigenschaft des Gehirns ist.“

Daneben plädiert der Autor und Wissenschaftler für eine neue Art der sprachlichen Beschreibung von Gehirn und Bewusstsein, die das vielfältig vernetzte Verhältnis passender und den aktuellen Erkenntnissen angepasster beschreiben können. Hier sind dann nicht mehr nur die Hirnforscher gefragt.

Michael Gazzaniga: „Die Ich-Illusion“. Carl Hanser, 288 Seiten, 24,95 Euro. Der Autor stellt sein Buch am Sonntag, 21. Oktober, 19 Uhr, in der Paulinerkirche, Papendiek 14, vor.

Von Isabel Trzeciok

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