Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Frühlings-Galakonzert mit dem Göttinger Symphonie-Orchester

„Kuckucksruf“ Frühlings-Galakonzert mit dem Göttinger Symphonie-Orchester

Das gab’s noch nie: eine Frühlings-Gala des Göttinger Symphonie-Orchesters. Aber das passt gut zu dem Frühling, der bislang wie kaum ein zweiter in winterlicher Verkleidung angebrochen ist. Für ein Konzert außerhalb des Abonnements war die Stadthalle gut gefüllt – offenbar hatten viele frostgeschädigte Zeitgenossen den Wunsch, sich für einen Abend von Musik wärmen zu lassen.

Voriger Artikel
Tim Neuhaus live: „Wunderbar losgelöstes Gefühl“
Nächster Artikel
Dominik Halmer stellt im Künstlerhaus Göttingen aus

Zauberhaft: Linlin Fan (links). Mit Enthusiasmus: Dirigent Christoph-Mathias Mueller (r.). 

Quelle: ZI/CR

Göttingen. Das taten Dirigent Christoph-Mathias Mueller und seine sehr spielfreudig aufgelegten Musiker nachhaltig. Die erste Hälfte des Abends war frühlingshaften Themen vor allem in der Musik des 19. Jahrhunderts gewidmet, die zweite Hälfte dem Frühling im Dreivierteltakt mit Walzern von Lehár über Tschaikowsky und Waldteufel bis Johann Strauß.

Raritäten gab es zu Hauf – von der Frühlings-Ouvertüre von Karl Goldmark, einem Brahms-Zeitgenossen, über themagerechte Stücke von Kabalewski und Sibelius bis zum „Ersten Kuckucksruf im Frühling“ des englisch-deutschen Klangfarbenzauberers Frederick Delius. Dabei bezauberten die GSO-Musiker mit wunderschönen solistischen Leistungen, unter denen besonders die ausdrucksvollen Holzbläser von Flöte bis Fagott hervorgehoben seien.

Was dieses Konzert aber zu einem wirklichen Gala-Abend machte, war die Solistin, die aus China stammende Sopranistin Linlin Fan. In Mozarts Konzertarie „Schon lacht der holde Frühling“ brillierte sie mit traumhaft sicheren Koloraturen und verblüffte das Publikum mit ihrer schwerelosen Leichtigkeit und der scheinbaren Mühelosigkeit ihres Gesangs.

Das steigerte sich noch erheblich in Donizettis Bravourarie „Ah! Tardai troppo ... O Luce di quest’anima“ aus der Oper „Linda di Chamounix“, in der die Sängerin auch ganz instrumental anmutende Melodien so locker präsentiert, als seien sie Volkslieder. Vollends in Verzückung versetzte sie ihr Publikum mit dem finalen Strauß-Walzer „Frühlingsstimmen“. Nachtigallengleich jubilierte und tirilierte sie, dass es eine Lust war. Für die Ovationen des begeisterten Publikums bedankten sich Sängerin und Orchester mit dem Kuss-Walzer („Il bacio“) von Luigi Arditi. Wem da nicht warm geworden ist, dem ist nicht zu helfen.

► Wer Linlin Fan auf der Opernbühne erleben möchte, hat derzeit in Kassel dazu Gelegenheit: unter anderem in Brittens „Sommernachtstraum“ (Titania), in Mozarts „Così fan tutte“ (Despina), in Vivaldis „L’Olimpiade“ (Aminta) und – ab 27. April – in Wagners „Tannhäuser“ (Hirt).

Von Michael Schäfer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag