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Regional Fünf Stunden Begeisterung
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00:18 27.09.2017
18 Ensembles waren bei der fünften Nacht der Chöre in Göttingen Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Die Kleinen machten den Anfang. Mit einem Shalom-Lied auf den Lippen zogen als erste die St.-Albani-Kinder in die Kirche ein, gefolgt von den Kinderchören der Stadtkantorei und St. Petri Grone. Besonders hübsch waren die auflockernden (Arm-)Bewegungsspiele der „Kisigru“ (Kindersinggruppe) Groß Lengden unter der Leitung von Ona Stoertz, die auch ihre sehr munteren kleinen und größeren Gospelsängerinnen mitgebracht hatte. Ihr stimmkräftiger Jugendchor „Rockies“ demonstrierte ein beachtliches vokales Selbstvertrauen.

Einen ausgedehnten Beitrag lieferte der Göttinger Knabenchor, der bereits am Vormittag im Felix-Klein-Gymnasium die Feierstunde zum 100. Geburtstag seines Gründers Franz Herzog musikalisch gestaltet hatte. Herzog kam auch im weiteren Verlauf der Chornacht immer wieder mit seinen Kompositionen zu Wort. Mit dem tiefernsten „Ruf und Gebet“ aus dem Jahr 1965 begann der Knabenchor unter Michael Krause seinen Auftritt, gefolgt von Volksliedbearbeitungen, in denen sich Herzogs Freude an musikalischen Vertracktheiten und Überraschungen – etwa mit eingestreuten grellen Pfiffen – dokumentierte. Stürmischen Beifall erntete der Chor für seinen Ausflug in die U-Musik in einem Arrangement, das ihnen Maybebop-Sänger Oliver Gies geliefert hatte. Mit diesem Pop-Quartett ist der Knabenchor eng verbunden, weil Maybebop-Sänger Jan Bürger einmal Knabenchorist gewesen ist.

Weitere Herzog-Sätze folgten, so Kyrie und Agnus Dei aus der 1956 entstandenen Messe für Männerchor, dazu Volkslieder und geistliche Stücke. Den mit Begeisterung aufgenommenen Schluss bildete ein witziges Arrangement des Liedes „What shall we do with the drunken sailor“, dessen leicht schwankendes Finale schon ein paar Promille verriet.

18 Ensembles waren bei der fünften Nacht der Chöre in Göttingen dabei.

19 Frauen und vier tapfere Männer bilden den Chor „Canto Allegro“ aus Groß Lengden, der mit einer gefälligen und kurzweiligen Messvertonung aufwarteten. Drei Chorsätze – darunter einen ausdrucksstarken von Herzog – steuerte die Corvinuskantorei bei. Sanglich sehr anspruchsvolle Beiträge kamen vom Göttinger Vocalensemble unter Andreas Jedamzik. Die St.-Jacobi-Kantorei, verstärkt durch Mitglieder des Kammerchores St. Jacobi, bot spannende Kostproben aus Carl Loewes Oratorium „Jan Hus“, das am 31. Oktober unter der Leitung von Stefan Kordes aufgeführt wird. Drei kleinere Kirchenchöre – Neuapostolische Kirche, St. Johannis Rosdorf und eine Chorgruppe aus Elliehausen, Esebeck und Grone – folgten, bevor die Göttinger Stadtkantorei und der Göttinger Kammerchor unter Bernd Eberhardt – zugleich der Organisator des Abends – nicht nur mit Brahms, sondern vor allem mit einem Satz aus der bevorstehenden Uraufführung des Oratoriums „Emmaus“ von Carl Rütti (26. November St. Johannis) aufhorchen ließen. Zum guten Schluss servierten Cross Sing (Kreuzkirche) unter Birgit Ott einige Proben ihrer unter die Haut gehenden Kunst.

Mitwirkende: Kinderchöre St. Albani, St. Petri Grone und Kinderchor der Göttinger Stadtkantorei, „Kisigru“ Groß Lengden, Gospelsternchen und Gospelkids Groß Lengden sowie Jugendchor „Rockies“-Groß Lengden, Göttinger Knabenchor und Männerchor des Göttinger Knabenchors, Canto Allegro Groß Lengden, Corvinuskantorei Göttingen, Göttinger Vocalensemble, St.-Jacobi-Kantorei, Kirchenchor der Neuapostolischen Kirche, Kirchenchor Rosdorf, vereinigte Chöre Elliehausen-Esebeck und Ökumenischer Chor Grone, Göttinger Kammerchor, Göttinger Stadtkantorei und Cross Sing.

Von Michael Schäfer

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