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18:25 29.09.2011
Von Christiane Böhm
Hier wurden einst Schrotkugeln hergestellt: Hampeturm. Quelle: EF

Zum Teil handelt es sich um leerstehende Gebäude, so der Veranstalter Bernd Demandt, die mit Gemälden, Plastiken, Skulpturen oder Installationen „angereichert“ werden. Die intensive Auseinandersetzung und das Sich-Einlassen der Künstler mit dem für sie „richtigen“ historischen Gebäude sei von erheblicher Bedeutung für den künstlerischen Anspruch des Projekts.

Die 22 Denkmäler werden jeweils von 11-18 Uhr geöffnet. Unter ihnen ist beispielsweise der Hampeturm („Hagelturm“). Seit dem Mittelalter war dieser Turm Teil der städtischen Befestigungsanlage. 1848 wurde der Turm aufgestockt auf 42,50 Meter. Zunächst wurde er von der Firma Ballauf später von der Firma Händler und Natermann zur Schrotkugelherstellung im Turmgießverfahren genutzt. Hier stellt Rose-Marie Bohle Fotos ihres Schattens aus. Sie fotografiert ihn überall, wo er mit dem Untergrund spannende Verbindungen eingeht: auf Böden, Steinen, Mauern, im Wasser, an Bäumen.

Rosa Reichenbach bietet der Hampesche Turm mit seinen windbewegten Räumen Freiraum für ihre Luftskulpturen. Hanne Spuck zeigt hier Skulpturen und Objekte aus Ton, Porzellan und Glas.

Zu den Ausstellungsräumen zählt auch die Destille, Hinter der Stadtmauer 9-11. Das heutige massive Gebäude aus Backstein mit kräftigen Holzbalkendecken entstand 1933 und 1935. Zunächst wurde es als Lager für Getreide der Münderschen Mühle genutzt. Später zog die Firma „Winkelmann´s Weinhandlung“ ein mit Fruchtweinhandel und Schnapsbrennerei – daher der Name. Hier zeigt Jessica Bauer abstrakte Ausarbeitungen der Musik Astor Piazzollas.

Ildiko Bartalus stellt in der Kemenate ihre Arbeiten aus transparentem Porzellan vor, Petra Biertümpfel beschäftigt sich mit Spinnen – Weben – Spinnenweben – Spinnen. Die Kemenate gehört zu den ältesten erhaltenen Gebäuden Hann.Mündens. Das Steinhaus wurde im 13. Jahrhunderts errichtet und als Kemenate genutzt. Der romanische Bruchsteinbau wurde durch spätere Umbauten verändert.

Rund 60 Abendveranstaltungen von Lesungen über Konzerte bis hin zum Kabarett zählen zum Rahmenprogramm. Beginn ist jeweils ab 19 Uhr. Außerdem sind in den Abendstunden Straßenkünstler in der Stadt unterwegs.

Das „Denkmal ! Kunst – Kunst Denkmal !“ – Festival erhielt Auszeichnungen bei der Fachwerktriennale (Projekt der Stadt-Entwicklungspolitik des Bundesverkehrsminis­teriums) sowie der City-Offensive für Niedersachen.
www.denkmalkunst-kunstdenkmal.de

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