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Fürs Gastspiel mit dem Kran aus dem Keller gewuchtet

Kleinwagen durchs Nadelöhr Fürs Gastspiel mit dem Kran aus dem Keller gewuchtet

Der kleine gelbe Wagen spielt eine ganz wesentliche Rolle. Er ist Zentrum des Bühnenbildes für die Inszenierung „Der Tod des Bunny Munro“, einer Uraufführung des Jungen Schauspiels am Deutschen Theater (DT) Göttingen. Bis er seinen Platz einnehmen konnte, war allerdings ein fataler Engpass zu überwinden.

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Theatralisches Ausparken: Per Hand von der Bühne rollen.

Quelle: Hinzmann

Das Gefährt musste per Kran durch eine schmale Luke in den Keller auf die Studio-Ebene herabgelassen werden. Am Freitagmorgen trat das Auto den Rückweg aus dem Keller an – für ein einmaliges Gastspiel am Theater in Mühlheim. Am heutigen Sonnabend stellt das Junge Schauspiel dort seine „Bunny Munro“ vor, am Sonntag geht es wieder zurück auf die Göttinger Studio-Bühne.

Das städtische Fahrzeug hatte an diesem Morgen gute 20 Minuten Verspätung. Erst mussten noch die Spuren eines Verkehrsunfalls beseitigt werden. Unterdessen liefen im DT-Studio bereits die Vorbereitungen. Das Fahrzeug, mit schwerem Gerät zu einem Cabrio umgearbeitet, wurde per Hand von der Bühne in den benachbarten Abstellraum geschoben und vor die eher kleinräumige Luke gerollt – nicht ohne das kleine plattgefahrene Pelztier aus dem Bühnenbild auf das Armaturenbrett zu legen. Es muss auch mit nach Mühlheim.

Derweil landete das Kranfahrzeug dort an, wo im Sommer das DT-Bistro seinen Biergarten zwischen Theater und Wall aufbaut. Die städtischen Mitarbeiter hängten einen kräftigen Gurt in einen Greifer am Ende des Krans, die DT-Techniker verbanden eine Etage tiefer die Schlaufe mit den Querträgern an der Hinterachse des Autos. Der Kran zog, der Fiat Cinquecento bewegte sich mit dem Heck voran nach oben. Mit Seilen bremsten die Techniker unten die Pendelbewegung des Wagens in Richtung Mauer ab. Ohne anzuecken glitt das Gefährt durch den engen Schlauch und landete sanft auf der Wiese.
Das Gastspiel ist Teil einer Kooperation, die der Göttinger Intendant Mark Zurmühle und sein Mühlheimer Kollege Roberto Ciulli planen, erklärt Joachim von Burchard, Leiter des Jungen Schauspiels. Als Mühlheimer Gegenbesuch sei ein Abstecher mit Peter Handkes „Kaspar“ geplant.

Der kleine, inzwischen schon etwas mitgenommene Flitzer war übrigens nur zweite Wahl. Eigentlich sollte es ein Punto werden. Doch dann ersteigerte Ausstatterin Janine Simon den Cinquecento für wenig Geld bei Ebay.

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