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Regional GSO-Konzert „Virtuos!“ mit Kolja Lessing in Göttinger Stadthalle
Nachrichten Kultur Regional GSO-Konzert „Virtuos!“ mit Kolja Lessing in Göttinger Stadthalle
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00:17 13.03.2013
Spielt Violine und Klavier: Kolja Lessing aus Würzburg. Quelle: EF
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Göttingen

Gegen ärztlichen Rat spiele Lessing aber heute auf eigenen Wunsch doch, nur eine Änderung im Verlauf des Konzertabend ergebe sich.

So trat der sichtlich geschwächte Lessing – sowohl ein Könner auf dem Klavier, als auch auf der Violine – an diesem Abend zuerst am Klavier in Erscheinung. Der Pianist spielte sich mit César Francks „Symphonischen Variationen für Klavier und Orchester“ von 1885 und seinem unglaublich zarten und feinfühligen Spiel rasch in Ohren und Herzen.

Seine Hände bewegen sich präzise wie ein Uhrwerk und doch flexibel und virtuos wie der leichte, beschwingte Flug eines Schmetterlings über die Tasten. Auch auf der Violine vermag Lessing zu begeistern. So ist auch auf diesem Instrument sein Spiel von dieser großen Zartheit geprägt, die in Camille Saint-Saёns „Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 A-Dur op.20“ aus dem Jahre 1859 bestens zur Geltung kommt.

Zu diesem drei Sätze umfassenden Werk wurde Saint-Saёns von dem schon früh als Wunderkind gehandelten Geiger Pablo de Sarasate (geboren 1844) inspiriert, auf den er durch dessen frühe Erfolge rasch aufmerksam wurde.

Künstlerische Höchstleistungen

Erleichtert hätte Lessing nach dieser Tour de Force nun die Bühne verlassen können, aber er ist eben Profi und liefert auch unter extremen Bedingungen künstlerische Höchstleistungen ab. Das Publikum dankt es ihm: Als Zugabe gibt er in der gleichen Tonart wie bei Saint-Saёns noch Mendelssohns fröhliches und als „Jägerlied“ bekanntes Werk „Lied ohne Worte op.19, 3“.

Dieser abwechslungsreiche und kurzweilige Konzertabend wird ebenfalls durch einen vom Göttinger Symphonie Orchester glänzend interpretierten „Marche écossaise sur un thème populaire“ (1908) aus der Feder von Claude Debussy bereichert, in dem nicht nur die Flöte sondern auch die Oboe glänzt und bei herrlich lyrischen Klängen Bilder vor dem inneren Auge entstehen.

Benjamin Brittens „Suite on English Folk Tunes“ (1974) und Maurice Ravels „Le Tombeau de Couperin“(1917) erweitern das erlesene Spektrum. „Virtuos“, das Motto des Konzerts, ist auf ganzer Linie erfüllt.

Von Marie Varela

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