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GSO mit dem Gastdirigenten Mark Rohde

Mit Feuer und Leidenschaft GSO mit dem Gastdirigenten Mark Rohde

Unter dem Motto „Endzeit“ stand das Konzert des Göttinger Symphonie-Orchesters (GSO) am Freitag in der Stadthalle. Gastdirigent war Mark Rohde, Solist der Cellist Maximilian Hornung. Der Abend im nicht ganz voll besetzten Saal war ein Erfolg auf der ganzen Linie.

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Solist Maximilian Hornung und Gastdirigent Mark Rohde.

Quelle: Schäfer

Göttingen. Rohde, seit 2010 Erster Kapellmeister an der Staatsoper Hannover, eröffnete das Konzert mit Wagners Siegfried-Idyll. Sorgfältig arbeitete er die bei Wagner sonst eher seltenen heiter-sonnigen Stimmungswerte heraus und wärmte so die Gemüter seiner Zuhörer nachhaltig. Das war eine schöne Vorbereitung auf die Stürme der Leidenschaften, die Edward Elgar in seinem Cellokonzert entfesselt.

Damit präsentierte sich Maximilian Hornung in blendender Form. Er besitzt eine fabelhafte Virtuosität, seine Intonationssicherheit ist perfekt, sein blühender Ton füllt mühelos den Saal und kann sich auch stets gegen das Orchester behaupten. Den romantischen Impetus dieses Werks gestaltete er mit Hingabe, fesselte sein Publikum mit dramatischer Spannung und vielfältigen Ausdrucksnuancen. Das Zusammenspiel mit dem ebenso passioniert musizierenden Orchester steuerte Rohde präzise, er folgte den musikalisch notwendigen Verzögerungen und Beschleunigungen des Solisten mit vorausschauender Zuverlässigkeit. Für den mit Bravorufen durchmischten Beifall bedankte sich Hornung mit dem ersten Satz aus Bachs G-Dur-Solosuite.

Positive Publikumsreaktion

Die zweite Hälfte startete mit der 2008 komponierten Konzertouvertüre „con brio“ von Jörg Widmann. Sie fasziniert mit Witz, Geist und Feuer. Dass dieses Werk dem Beethovenschen Geist verpflichtet ist, merkt man auch ohne wörtliche Zitate auf Schritt und Tritt. Widmann zeichnet den schroffen Gestus von Beethovens Musik so genau nach, dass man das Vorbild im Nachhinein auf neue Weise hören wird. Die positive Publikumsreaktion belegte, dass Rohde zusammen mit dem sehr inspiriert musizierenden GSO den richtigen Weg beschritten hatte.

In denkbar großem Kontrast zu dieser fröhlichen, leichtgewichtigen Musik stand das Schlussstück des Abends, die siebte Symphonie von Jean Sibelius. Das ist eine bekenntnishafte Musik, ein Werk, in dem es um letzte Dinge geht, um existenzielle Fragen, um Leid, Hoffnung und Ewigkeit. Rohde zeichnete die breiten melodischen Ströme mit kluger Dramaturgie nach, dosierte das dynamische Anwachsen in den Steigerungen so feinfühlig, dass kein Höhepunkt roh klang. Großen Wert legte er auf fein abgestufte Klangfarben, auf besonders intensiven Streicherklang, auf das natürliche Verhältnis von Spannung und Entspannung. So vermochte er mit diesem Werk sein Publikum durchgängig zu fesseln, nirgends verloren die Spannungsbögen ihre Kraft.

Ausdauernder Beifall

Das Orchester folgte seinem Dirigenten mit Präzision und Umsicht. Die solistischen Bläserstimmen – für die vielen schönen Leistungen sei stellvertretend Posaunist Valeri Pachov hervorgehoben – setzten Glanzlichter. Am Ende applaudierten die Zuhörer ausdauernd dem Orchester und seinem Dirigenten. Und auch die GSO-Musiker hatten sich, wie ihr Extrabeifall zeigte, mit Rohde offenbar gut verstanden.

Nächster GSO-Termin: Symphoniekonzert „Aus der Neuen Welt“ am Freitag, 17. November, um 19.45 Uhr in der Stadthalle. Karten gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen in Göttingen, Weender Straße 44, und in Duderstadt, Marktstraße 9, sowie unter gt-tickets.de.

Von Michael Schäfer

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