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Regional Gefühle in Form und Farbe
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18:55 06.02.2017
Von Christiane Böhm
Gabriele Schaffartzik und Alexander Lakhno sind Künstler mit einer besonderen Beziehung zu Russland. Quelle: NR
Göttingen

Die Idee einer gemeinsamen Ausstellung hat die beiden Künstler begeistert. Nicht nur, weil sie beide in der Region leben. Sie verbindet auch eine besondere Beziehung zu Russland. Lakhno ist dort geboren, in der Nähe von Moskau aufgewachsen und hat dort bis 1996 gelebt bevor er nach Deutschland übersiedelte. Schaffartzik hat Slawistik studiert, in verschiedenen russischen Werkstätten für Ikonenmalerei gearbeitet und sich intensiv mit dieser Tradition auseinandergesetzt.

Zeiten

Die Ausstellung ist bis zum 24. Februar in der Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4, zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis freitag von 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 13 Uhr.

Schaffartzik arbeitet bevorzugt in Serien. „Terra incognita“ heißt die Serie, aus der sie Arbeiten in der Alten Feuerwache zeigt. Dabei bezieht sie sich auf Landschaften, die topographisch nicht genau bestimmt werden können, auf Land, das wir noch nicht kennen. Schmetterling, Biene, Fuchs oder Storch: Die Bilder zeigen meist ein exakt wiedergegebenes Tier teils überlagert von Mustern oder Ornamenten im abstraktem Raum. Dieser Raum sei als Landschaft erkennbar, beruhe aber nicht auf einer konkreten Erinnerung, so Jörg Dreykluft von der Galerie Alte Feuerwache in seiner Einführung zur Ausstellung. Kräftige Farben nutzt Schaffartzik, teils fast fröhliche aus dem Rot-Blau-Spektrum, dann wieder eher zurückgenommene dunkle, erdige Töne. Oft tauchen in ihren Bildern russische Kirchen auf, auch der Granatapfel. Dreykluft beschreibt ihre Intention als einen Dialog zwischen Erinnerung, Assoziation und Gefühl.

Bildhauer Lakhno, der zum zweiten Mal in der Galerie Alte Feuerwache ausstellt, zeigt Holzskulpturen und Kleinplastiken aus Stein, die zum größten Teil auf internationalen Bildhauersymposien angefertigt wurden. Holz ist sein Lieblingsmaterial, seine Wärme und Nachgiebigkeit fasziniert ihn. Er zeigt einige große Skulpturen, etwa einen glatt polierten hellen Stamm aus dem kleine Tiere und Menschen herausgearbeitet sind. Ängste, Erinnerungen, Erwartungen, die uns im Traum beschäftigen, wolle er zeigen, so der Bildhauer. Lakhno sei auf der Suche danach, menschliche Gefühle durch Form und Farbe zum Ausdruck zu bringen, erklärt Dreykluft.

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