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Regional Laurence Cummings leitet Galakonzert
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00:18 23.05.2018
Galakonzert in der Stadthalle Göttingen Quelle: Peter Heller
Göttingen

Auf dem Programm standen Händels Werke „The Choice of Hercules“ aus dem Jahr 1751 und das „Te Deum for the Victory of Dettingen“. Das mythische Thema des Herkules am Scheideweg nimmt das aktuelle Festspielmotto „Konflikte“ auf, wobei Herkules’ Schwanken zwischen Tugend und Lust idealtypisch für das Hin und Her auf der Suche nach dem richtigen Lebensweg steht. Am Ende eines beigelegten Konflikts, nämlich der Schlacht von Dettingen im Juni 1743 im Rahmen des österreichischen Erbfolgekrieges, steht das „Te Deum“ als musikalischer Bestandteil der Siegesfeiern der kriegsbeteiligten Engländer um König Georg II.

Als zweifelnder Herkules brillierte die passend burschikos auftretende Diana Moore mit ihrem bestechend schönen, komplett attitüdenfreien, klaren und ausgesprochen sensibel variierten Mezzosopran. Umgarnt wurde sie von Fflur Wyn als Lust und Rachel Kelly als Tugend, beide ebenfalls sehr überzeugend und entsprechend der von ihnen dargestellten Charaktere auch ein wenig drängender in der Modulation. Alle drei Solistinnen verwoben die zentrale Frage, welchen Weg Herkules im Leben einschlagen solle, im Kumulationspunkt des Stücks, einem hervorragend interpretierten Terzett.

Für die stimmliche Fülle sorgte in den Chorpassagen der Christ Church Cathedral Choir aus Oxford mit seinem Stimmenmix aus Jungen, Jugendlichen und jungen Männern. Ein Chor, der durch beste Qualität überzeugte und zugleich einen sympathischen nicht zu dressiert wirkenden Auftritt pflegt. Die kleinen und großen Sänger mal genauer zu beobachten, machte Spaß: Der eine mit tiefem Ernst in die Musik versunken, ein anderer sich gefühlvoll zur Musik wiegend, ein kleiner Showman mit großem Mienenspiel und eher schüchterne Vertreter, alles war dabei. Aufgesetzt wirkt hier nichts, und umso ungetrübter ist damit auch die Freude am Zuhören.

Das festlich Dettinger „Te Deum“ forderte dann vor allem wichtige Teile des Festspielorchesters. Pauken und Trompeten hatten hier ihren bravourösen Auftritt, bei dem sie mit präzisem Rhythmus, Synchronität und warm-festlichem Klang überzeugten. Neben dem erneut mehr als hörenswerten Chor und drei seiner Solisten hatte hier Bassbariton Cody Quattlebaum, der auch in der Festspieloper „Arminio“ mitwirkt, seinen großen und umjubelten Auftritt. Vor allem die Arie „Vouchsafe, O Lord“ ging unter die Haut. Von Händel ohnehin entgegen dem Siegestaumel eher zurückhaltend und ernst komponiert, verlieh Quattlebaum der Passage große Tiefe und Kraft.

Die große Zahl an Akteuren, für die eine extra erweiterte Bühne in der Stadthalle nötig war, hatte Laurence Cummings gewohnt souverän mit aufs notwendige Minimum reduzierten Gesten im Griff. Nebenbei noch selber Cembalo zu spielen, das war für ihn da zumindest nach außen hin vollkommen entspannt zu machen. Minutenlanger, begeisterter Applaus und viele Bravo-Rufe am Ende des Galakonzerts schafften es leider trotzdem nicht, den Beteiligten eine Zugabe zu entlocken. Sei’s drum: Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es gerade am schönsten ist. Auch dieses Timing hat Laurence Cummings also perfekt hinbekommen.

Von Isabel Trzeciok

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