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Gemäßigtes mit virtuoser Solistin

Weihnachtskonzert Gemäßigtes mit virtuoser Solistin

Rings um die Johanniskirche herrschte am Sonntag trotz des lausigen Regens ein lebhafter Weihnachtsmarkt-Trubel. Drinnen in der Kirche ging es besinnlicher zu: beim Weihnachtskonzert des Orchesters Göttinger Musikfreunde (OGM), das mit einem klassisch-romantischen Programm aufwartete.

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Konzentriert: Orchester Göttinger Musikfreunde in St. Johannis.

Quelle: PH

Im Zentrum des Abends standen Tschaikowskys Rokoko-Variationen für Violoncello und Orchester mit der Solistin Lucile Chaubard. Sie setzte mit ihrer virtuos-temperamentvollen, rhythmisch akzentuierten Interpretation ein Glanzlicht – dazu bot sie einen wunderschön vollen, tragenden, beseelten Celloton. Die Instrumentalisten des Orchesters waren unter der Führung von Johannes Moesus ein verlässlicher Partner der Cellistin. Holzbläser und Hörner konnten dazu bemerkenswerte Solopartien beitragen.

Ein bisschen pädagogisch

Haydns Symphonie Nr. 104 eröffnete den Abend in der zumindest im Mittelschiff gut besetzten Kirche. Moesus nahm die Tempi grundsätzlich recht gemäßigt, was sicherlich auch mit der Akustik des Raumes zu tun hatte. Ein bisschen pädagogisch klangen die stets sehr nachdrücklich gespielten Akzente: Hier hätte man sich eine rundere, leichtere Interpretation wünschen können. Das gilt auch für die Haydn-Variationen von Brahms zum Schluss, dessen Grazioso-Satz als Zugabe wiederholt wurde: Der dürfte schon etwas mehr tänzerische Beschwingtheit mitbringen.
Sicherlich sind die technischen Möglichkeiten eines Liebhaberorchesters nicht unbeschränkt – aber etwas mehr Mut zum Risiko, auch in Tempofragen, sollte ein Dirigent schon mitbringen. Dass dies machbar ist, haben OGM-Konzerte in der Vergangenheit schon hinlänglich gezeigt.
Ein Gast im Orchester sei besonders erwähnt: Falk Zimmer, sonst als Pianist Herr über 88 Tasten, begnügte sich diesmal mit dem Einton-Instrument Triangel. Mit dessen silbrigen Tupfern und Trillern trug Zimmer viel zum schönen Klang des Brahms-Finales bei.

Von Michael Schäfer

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