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Regional Gesang als Sahnehäubchen auf der Soul-Torte
Nachrichten Kultur Regional Gesang als Sahnehäubchen auf der Soul-Torte
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20:00 09.11.2009
Charmanter Mittelpunkt des Abends: Sängerin Pat Appleton mit Musikern des „Bahama Soul Clubs“. Quelle: Heller
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Der Saal in der Musa ist voll von Soulfans jedes Alters. Die Stimmung ist ausgelassen, der Applaus brandet schon laut auf, als die achtköpfige Band nur die Bühne betritt. Der Star und Blickmittelpunkt des „Bahama Soul Clubs“ ist noch nicht dabei – erst gibt es ein Instrumental, bei dem sich die durchweg hochkarätigen Musiker mit einigen Soli vorstellen. Moderner Soul mit Funk, einigen Bossanova- und Latin-Elementen: kein Wunder, dass das Publikum von Beginn an in Tanzlaune ist. Dann erst kommt Pat Appleton und zieht mit ihrem Charme die Aufmerksamkeit auf sich.

Ihre Stimme ist das Sahnehäubchen, das die exzellente Soul-Torte zum unvergesslichen Erlebnis macht. Mit all ihren Feinheiten und dem immer perfekt kontrollierten Timbre steht sie in bester Tradition der großen Soul-Ladies der 50er und 60er Jahre. Zusätzlich versprüht Appleton noch reinste gute Laune: Mit dunkler Lockenmähne und elegantem Fransenkleid tanzt sie lachend zur eigenen Musik, stößt vor Vergnügen spitze Schreie aus.

Gelungener Abschluss

Ein Glanzlicht: Das ruhigere „I rely on me“. Ein wunderschön arrangiertes Stück mit reduzierter Instrumentierung und nur zum Refrain hin anschwellenden Bläsersätzen. Appletons Stimme kommt großartig zur Geltung, ein gefühlvolles Basssolo setzt einen weiteren Akzent und bekommt, wie jedes Solo des Abends, verdienten Szenenapplaus.

Doch trotz großartiger Soloexkurse wie dem kurzweiligen und beeindruckenden Frage- und Antwortspiel zwischen Gitarre und Hammondorgel liegt der Focus darauf, die Leute in Tanzlaune zu bringen. Das gelingt: Nicht nur, weil Appleton in Vorlage geht und Hüften, Haare und Fransen schüttelt. Die Musik ist anspruchsvoll, aber dabei herrlich unverkopft – ein Soultrain, der ohne Zwischenstopp direkt in Hüften und Füße fährt. Ein tolles Konzert und gelungener Abschluss des Festivals.

Von Helge Dickau

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