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Regional Liebe und Leid kennen kein Alter
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15:17 19.10.2017
Zwei, die sich lieben: Angelika Fornell und Ronny Thalmeyer. Quelle: R
Göttingen

Mit der Komödie „Glück“ von Eric Assous läuft derzeit ein sehenswertes Zwei-Personen-Stück im Deutschen Theater, in dem Angelika Fornell und Ronny Thalmeyer die Geschichte zweier Liebenden erzählen, die mit über 60 Jahren ein nicht mehr ganz so klassisches Liebespaar abgeben.

Zufällig lernen sich Louise (Fornell) und Alexandre (Thalmeyer) kennen. Sie lachen gemeinsam, trinken – und verbringen die Nacht miteinander. Für viele eine normale Geschichte aus dem Leben jüngerer Menschen. Doch Louise und Alexadre sind schon mehr als 60 Jahre alt.

Vor allem bei Louise sorgt diese besondere Nacht für Höhenflüge. Alles scheint leicht und unbeschwert zu sein. Umso tiefer fällt sie, als Alexandre das Frühstück verweigert, ihre Nummer nicht speichert und sich eigentlich auch gleich verabschieden will. Auf der kleinen Bühne des DT-Kellers entflammt ein unglaublich komischer Konflikt, der dem einen oder anderen Zuschauer aber vermutlich auch bekannt vorkommen wird. Lachen und Weinen liegen manchmal dicht beieinander.

Und die Lage spitzt sich weiter zu. Das Kennenlernen und „richtige“ Zusammenkommen wird immer wieder von der Lebensgeschichte der beiden blockiert. Denn anders als bei altersmäßig jungen Paaren tragen Louise und Alexandre allerlei Altlasten und Probleme mit sich herum. Ex-Männer und -Frauen, Affären, Kinder und selbstverständlich auch Konflikte im Beruf gehören zu den täglichen Begleitern und Beschwerern der Gemüter. Letztlich schaffen es die beiden aber sogar bis vor den Traualtar. Natürlich nicht ohne Zwischenfälle.

Assous bietet mit „Glück“ ausreichend Stoff für allerlei skurrile, aber auch nachdenklich stimmende Momente. Fornell und Thalmeyer bilden unter der Regie von Ruth Messing ein absolut unterhaltendes Duo. Sie erzählen nicht nur die komische und zuweilen auch tragische Geschichte zweier Menschen im besten Alter, sondern bieten trotz (oder gerade wegen?) der aberwitzigen Situationen, in die sie sich begeben, eine Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte an. Denn der Wunsch, zu zweit glücklich zu sein, kennt kein Alter.

Weitere Termine: Am Montag, 23. Oktober, Dienstag, 14. November, sowie am Sonnabend, 25. November, jeweils um 20 Uhr; außerdem am Dienstag, 31. Oktober, um 18 Uhr.

Von Maren Iben

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