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Regional Göttinger Butoh-Tänzer Tadashi Endo im Deutschen Theater
Nachrichten Kultur Regional Göttinger Butoh-Tänzer Tadashi Endo im Deutschen Theater
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00:17 30.01.2013
Hochdramatischer Ausdruckstanz durch Trauer und Schmerz: Tadashi Endo. Quelle: Vetter
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Der dramatische Stimmungswandel kam innerhalb von Minuten – genauso schnell wie die Reaktorkatastrophe von Fukushima.

Mit „Fukushima mon amour“ stellte der Göttinger Butoh-Tänzer am Sonnabend im sehr gut besuchten Deutschen Theater sein neues Solostück vor – ein hochdramatischer Ausdruckstanz durch Trauer und Schmerz hin zur Hoffnung. Das Stück ist das wohl konkreteste Tanzstück Tadashi Endos der letzten Jahre. Sehr deutlich und klar verständlich stellt er hier das Grauen des Atomunglücks dar.

Nahezu nackt bewegt sich der Tänzer in einer Szene auf dem Bühnenboden auf allen vieren wie ein Hund – eine dieser Kreaturen, die in den verstrahlten Städten zurückgelassen wurden. An der Bühnenwand erscheinen Schriftzüge und Wörter wie „Few people laughed“ (Einige Menschen lachten), „Death“ (Tod) oder „The destroyers of the world“ (Die Zerstörer der Welt).

Im Hintergrund sind bellende Hunde zu hören. Momente wie diese machen betroffen und erzeugen eine Gänsehaut – verstärkt durch die melancholische Musik von Daniel Maia.

Im weißen Kimono durchschreitet Tadashi Endo anschließend seinen tiefen inneren Schmerz. Als zerbrechlicher und verletzlicher Mensch steht er der Unheil bringenden technologischen Überheblichkeit wehrlos gegenüber. Eine der am meisten aufwühlenden Szenen des Abends.

Doch der Butoh-Künstler überwindet die Trauer: Im farbigen Kimono, mit ausgebreiteten Armen und verklärtem Blick findet er zur Hoffnung. Zum Schluss schneit es Blüten und blühende Kirschzweige sind an der Bühnenwand zu sehen.

Tadashi Endos Botschaft: Durch die Kraft der Liebe kann die Hoffnung zurückkehren. Das ist romantisch, doch angesichts der fortdauernden Bedrohung durch die Atomkraft die vielleicht einzige Chance zuversichtlich in die Zukunft zu blicken.

Von Udo Hinz

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