Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Tadashi Endo tanzt HA DÔ und erhält Göttinger Ehrenmedaille

Tanztheater im Jungen Theater Göttingen Tadashi Endo tanzt HA DÔ und erhält Göttinger Ehrenmedaille

Butoh-Tänzer Tadashi Endo wird die Ehrenmedaille der Stadt erhalten: Der Künstler habe mit seiner Arbeit das künstlerische Leben in Göttingen bereichert. Am 29. August wird mit HA DÔ das neue Tanztheaterstück von Endo Premiere im Jungen Theater haben - es handelt von Flucht und Migration.

Göttingen, Junges Theater 51.5304238 9.9371234
Google Map of 51.5304238,9.9371234
Göttingen, Junges Theater Mehr Infos
Nächster Artikel
Paganini für Gitarre und Violine

Tadashi Endo: Butoh-Tänzer und Choreograf

Quelle: r

Göttingen. Warum müssen Menschen aus Afrika und Syrien auf der Flucht vor Krieg oder Armut im Mittelmeer sterben? Welche Hoffnungen hatten sie? Was würden uns die Toten sagen, könnten sie aus dem Meer aufsteigen? Mit diesen Fragen sowie mit Flucht und Migration setzt sich der international bekannte Butoh-Tänzer und Choreograf Tadashi Endo in seiner neuen Tanztheater-Choreografie HA DÔ auseinander – der Titel steht im Japanischen für „Wellen Bewegung“. Die Premiere ist am Dienstag, 29. August, im Jungen Theater.

„Alle Menschen sollten sich mit dem wichtigen Thema Flucht beschäftigen“, so Tadashi Endo. „Da es bei diesem Thema sehr um Menschen und Menschlichkeit geht, ist der Butoh-Tanz eine geeignete Form, das Drama und die Not der Menschen dieser Katastrophen zum Ausdruck zu bringen.“ Dabei möchte der bei Göttingen lebende Tänzer sein neues Werk nicht nur politisch sehen, sondern auch poetisch und ästhetisch.

Ehrenmedaille für Tadashi Endo

Der japanische Butoh-Tänzer und Choreograph Tadashi Endo wird mit der Ehrenmedaille der Stadt Göttingen ausgezeichnet. Die Ehrung durch die Göttinger Kulturdezernentin Petra Broistedt erfolgt am Donnerstag, 31. August , im Anschluss an die Vorstellung eines Tanztheaters unter der Regie von Endo im Jungen Theater, Hospitalstraße.

Die Ehrung des seit mehr als 40 Jahren in Göttingen wirkenden Künstlers hatte der Rat der Stadt im Mai beschlossen. Die Stadt wolle seine langjährige künstlerische Arbeit, seine Kreativität und seine Innovationskraft würdigen, heißt es in der Begründung. Damit habe er das kulturelle Leben Göttingens bereichert.

Der 69-jährige Tadashi Endo erklärte zu der angekündigten Auszeichnung: „Ich war sehr überrascht und fühle mich sehr geehrt. Obwohl ich Japaner bin, fühle ich mich aber als Göttinger Bürger. Mit meiner Arbeit möchte ich einerseits der Kulturlandschaft in Göttingen eine andere Farbe geben, die auch dazu beiträgt, dass die Stadt Göttingen international bekannt wird.“ An seinen Workshops in Göttingen nehmen Menschen aus aller Welt teil. Sie alle erzählten und schwärmten von Göttingen. Endo: „Unbedingt erwähnen möchte ich, dass ich mich nicht zur Ruhe setzen werde, jetzt nach der Medaillenverleihung und nach meinem 70. Geburtstag, sondern diese Medaille gibt mir erst recht den Ansporn, intensiver weiter zu arbeiten.“

Endo hat unter anderem am Deutschen und am Jungen Theater gearbeitet, leitet seit einem Vierteljahrhundert das Butoh-Zentrum in Göttingen und ist künstlerischer Leiter des MAMU-Tanzfestivals, teilte die Stadtverwaltung weiter mit.

HA DÔ wird ein Tanztheater, dessen Stil dem europäischen Ausdruckstanz einer Mary Wigman oder Pina Bausch genauso nahe liegt wie dem japanischen Avantgarde-Tanz Butoh. Endo gibt seiner Choreografie allerdings eine völlig andere Färbung.

Produktion mit 20 Tänzern

Endo choreografierte das Stück mit exakten Rhythmus- und Gruppenbewegungen und verlangt von den Tänzern zugleich individuellen Ausdruck. Die 20 Tänzer kommen aus Australien, Costa Rica, Portugal, der Schweiz, Brasilien, Mexiko, England und Deutschland. Der Choreograf lässt die Tänzer mit ihren unterschiedlichen Kulturhintergründen unter dem „Schirm“ des Butoh ihren Ausdruck finden und tanzen. Die Musik für dieses Stück hat der Brasilianer Daniel Maia komponiert.

Das neue Werk und das Junge Theater haben für Tadashi Endo eine besondere Bedeutung: Er feiert am 31. August seinen 70. Geburtstag und das von ihm in Göttingen gegründete Butoh-Centrum MAMU feiert 25-jähriges Bestehen. Endos künstlerische Laufbahn in Deutschland hat im Jungen Theater begonnen und die von ihm organisierten MAMU-Festivals fanden ebenfalls in diesem „Black-Box-Theater“ statt.

Zum Nachdenken bewegen

Tadashi Endo widmet das Tanztheaterspektakel HA DÔ den toten Flüchtlingen. Ist Butoh eine politische Kunstform? „Nicht unbedingt – aber Butoh kann politisch sein, eigentlich sollten alle Kunstformen politisch sein“, meint der Künstler. „Mit HA DÔ möchte ich Menschen berühren, zum Nachdenken bewegen und eventuelle Erinnerungen wachrufen.“

HA DÔ: Drei Vorstellungen im Jungen Theater

Das Tanztheaterstück HA DÔ hat Premiere am Dienstag 29. August im Jungen Theater Göttingen. Weitere Aufführungen sind am 30. und 31. August. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Vorverkauf in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen oder Marktstraße 9 in Duderstadt sowie unter www.junges-theater.de und an der Theaterkasse. Am 30. August ist die Vorstellung für Flüchtlinge kostenlos. Entrittskarten kosten ab 21 Euro.

Von Udo Hinz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag