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Göttinger Figurentheatertage: „Fünfter sein“ mit Christiane Kampwirth

Quaken und quieken Göttinger Figurentheatertage: „Fünfter sein“ mit Christiane Kampwirth

„Wer braucht noch eine Sitzschale? Sitzschale zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten“, tönt es durch den Saal des Lumière. Die kleinen Gäste, die schon ganz unruhig zur Bühne schauen, sollen optimal sehen können, denn „Fünfter sein“ ist ein Stück für Kinder ab vier Jahren. Es handelt vom Warten und dass das für die Sprösslinge besonders schwer ist, wird auch im Tumult hier deutlich.

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Nachwuchs: die Figurentheater-Spielerin Christiane Kampwirth mit ihren Figuren im Wartezimmer.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Geduld ist eine Tugend. Wie könnte das den Kindern besser vermittelt werden, als mit einem lebhaften und anschaulichen Theaterstück? Zu den 28. Göttinger Figurentheatertagen ist Christiane Kampwirth aus Berlin erstmalig angereist. Die Newcomerin macht sich gut: Sie hat Puppenspiel an der Ernst-Busch-Hochschule studiert und versteht es, das Publikum in die Welt des Spielzeugs zu entführen (Regie: Melanie Sowa).

Tierpuppen

Sie selbst stellt Pinocchio dar. Der hat sich beim Reparieren einer anderen Puppe in der Puppenwerkstatt mit dem Hammer seine Nase demoliert und muss folglich zum Arzt. Im Wartezimmer ist er Fünfter, hinter Ente, Pinguin, Frosch und Bär. Auch diesen Charakteren haucht Kampwirth Leben ein. Die Tierpuppen denen sie lustige, mal quakende, mal quiekende Stimmen gibt, amüsieren die Zuschauer, ob Groß oder Klein. 

Nur das ewige Warten nervt. Zum Glück haben die Tierchen alle viel zu Erzählen: Wie hat die rollende Quakente ihr Rad verloren? Warum hat der flauschige Bär ein demoliertes Auge und wo hat der edle Frosch seine Krone gelassen? Ist der einarmige Pinguin wirklich der Walzerkönig vom Südpol? Bei so vielen spannenden Fragen vergeht die Zeit im Vorzimmer des Arztes dann doch wie im Fluge.

Kreative Ideen

Mit kreativen Ideen illustriert Kampwirth diese Anekdoten. Als sie berichtet, wie die Ente die Ozeane überquert, trötet sie „Alle meine Entchen“, wobei einige Kinder beherzt mitsingen. Der Pinguin tanzt nur deshalb so rasant Walzer, weil er auf einen Akkuschrauber montiert ist.

Der Doktor, ein freundlicher Mann, ist ein echter Experte. Mit seinem Kleber Kittefix ist alles schnell wieder heile, denn „Kittefix kittet fix“. Die Patienten werden putzmunter entlassen und die „Geschichten vom Kranksein und Heile-Werden“ machen wiederum den kleinen Zuschauern Mut für den eigenen nächsten Arztbesuch. Am Ende sind die begeisterten Besucher von „Fünfter sein“ nicht nur geduldiger, sondern auch mutiger geworden.

15 Bühnen aus dem Bundesgebiet nehmen mit 30 Aufführungen an den 28. Göttinger Figurentheatertagen bis Sonntag, 24. Februar, teil. Weitere Informationen: figurentheatertage.goettingen.de

Von Sarah Lodder

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