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Göttinger Figurentheatertage: Puppentheater Gugelhupf zu Gast

28. Auflage Göttinger Figurentheatertage: Puppentheater Gugelhupf zu Gast

Herr Zeisig wohnt vor der Stadt, damit er vor den Leuten seine Ruhe hat“, singt Puppenspieler Frieder Kräuter vom Puppentheater Gugelhupf. Er sieht ein bisschen so aus wie die Hauptfigur seiner Handpuppengeschichte, die er bei den Göttinger Figurentheatertagen am Donnerstag zeigte: Herr Zeisig. Der will nicht zum Seniorennachmittag, er will keine Anrufe und keine Heizdecke, und auch der Besuch des Briefträgers ist ihm zu viel.

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Noch ein Griesgram: Herr Zeisig mit Hund Tarzan.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Aber Arbeit gibt es genug in Zeisigs Garten. Vor allem müssen die zarten Pflänzchen, die Zeisig sogar in den Schlaf singt, bewacht werden. Was liegt also näher, als einen Mitarbeiter einzustellen? Mit einer Vogelscheuche meint der Eigenbrötler, den Posten ideal besetzt zu haben.

Dabei ist sein Garten wirklich in Gefahr, und es braucht jemand starken und mutigen, der der Aufgabe gewachsen ist – jemanden wie Tarzan. Allerdings ist Tarzan in „Herr Zeisig und der kleine Hund“ eben nur ein kleiner Hund, den Herr Zeisig noch dazu vertreiben will wie alles, was stört.

Aber Tarzan fühlt sich pudelwohl und nicht hundeelend im kleinen Puppenbühnengarten, schnüffelt, spielt, schläft und hebt ab und an das Beinchen. Herr Zeisig aber schreibt einen Brief an Tarzans Besitzerin, sie möge den Hund bitte schnellstmöglich abholen. In der Nacht aber zeigt Tarzan, dass er ein Held sein kann.

Gruseliger Drache

Die einfachen und doch so wirkungsvollen Schattenbilder auf der heruntergelassenen weißen Leinwand an der Puppenbühne, verfehlen nicht ihre Wirkung auf die kleinen Zuschauer im Göttinger Lumière. Sie glucksen beim Tanz der Gartenzwerge und gruseln sich, wenn der Drachen kommt. Und als dann am nächsten Tag Frau Zauberhut aus Wunderstadt im roten Cabriolet in Zeisigs Garten vorstellig wird, ist die Verwandlung des griesgrämigen Alten perfekt.

Kräuter gelingt es, die Zuschauer mit seinem liebevoll detaillierten Spiel in den Bann zu ziehen. Die Inszenierung (Florian Kräuter) besticht durch die Verbindung von Bodenständigkeit – die sich vor allem in Zeisigs handfester Sprache zeigt – und märchenhaften Elementen. Kindern und Erwachsenen wird gleichermaßen auf unterschiedlichen Ebenen Zugang und Unterhaltung geboten, und es gibt genügend Zeit zum Schauen und Staunen. Ein Glücksfall in den manchmal allzu hektischen und überladenen Theaterangeboten für Kinder.

15 Bühnen aus dem Bundesgebiet nehmen mit 30 Aufführungen an den 28. Göttinger Figurentheatertagen bis Sonntag, 24. Februar, teil.

Weitere Informationen: figurentheatertage.goettingen.de

Von Marie Varela

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