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00:19 22.05.2018
Der Künstler Jochen Pankrath neben seiner Arbeit "154 Arbeiten" in der Göttinger Galerie Ahlers. Quelle: Richter
Göttingen

Der Titel bezieht sich laut Pankrath eigentlich nur auf die 152 kleinen Holzvierecke, auf die er mit Öl Alltagsgegenstände gemalt hat. „Ich mag es gerne, eine gewisse Bedeutung in der Sprache einfach wieder raus zunehmen“, sagt Pankrath. So beziehe sich der Titel „Kleinkunst“ nur auf die Größe der Gemälde. Wie Polaroid-Bilder hängen die kleinen Werke in Reihen an der Wand. Flüchtig streicht das Auge über Papierrollen, Hammer, Eulen und Paprikaschoten auf buntem Grund.

Immer mit Stift und Papier unterwegs

„Während meiner Studienzeit habe ich angefangen, immer Stift und Papier, später auch Ölfarbe, dabei zu haben und porträtiere seitdem meine Umwelt und setze sie in Malerei um“, erklärt Pankrath die elf mal elf-Zentimeter großen Werke. „Sie sind eine Art Tagebuch für mich, die, je nachdem wo und wie sie gerade hängen, neue Geschichten erzählen.“ Was er malt, ist ihm dabei gar nicht so wichtig, sondern eher der Prozess des Malens, allerdings fordert er von sich, dass alle gemalten Gegenstände in der Realität existieren.

Zwei Arten der Kunst

Pankrath spielt in seinen Bildern mit der gegenständlichen und der ungegenständlichen Kunst, indem er zwei Bildebenen in einem Bild vereint. „Ich finde es sehr schön, zwei Arten der Kunst, die sich eigentlich konträr gegenüberstehen, zu vereinen und dadurch etwas Neues entstehen zu lassen“, so Pankrath. Auf ein abstraktes grünes Bild malte er beispielsweise Teile eines Frauenkörpers. Für den Betrachter wirkt es, als ob die Frau sich bückt. „Ich finde, das Ungegenständliche stellt trotzdem einen Raum und eine Form dar. Man malt das Bild quasi selbst zu Ende.“

Gegenstände treten aus Bildern heraus

Zwei Bildebenen stellen auch seine skulpturalen Werke dar: Eine Cola-Dose, ein Hammer und eine Bierflasche stehen auf Holzpflöcken im Raum. „Ich finde es interessant, wenn die Gegenstände auch mal aus den Bildern heraustreten“, erklärt der Maler seine Werke. „Ich habe sie genauso angemalt, wie ich sie zweidimensional gemalt hätte.“ Die dargestellten Lichtverhältnisse und der Schattenwurf lassen die dreidimensionalen Gegenstände wirken, als wären sie gerade einem seiner „Kleinkunst“-Bilder entsprungen.

Pankrath wurde 1981 in Roding (Bayern) geboren und studierte nach dem Abitur von 2003 bis 2009 freie Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Ralph Fleck. Seit 2009 ist er als Freier Maler tätig. 2011 stellte er bereits in Göttingen aus. Für seine Arbeiten erhielt er mehrere Preise, darunter den Wolfram-von-Eschenbach Förderpreis.

Die Ausstellung in der Galerie Ahlers, Düstere Straße 21, ist von Dienstag bis Freitag von 10 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 13 Uhr geöffnet (bis Sonnabend, 16. Juni).

Von Madita Eggers

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