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Regional Feuerwerk der Cembalokunst
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16:00 14.05.2017
Andreas Staier bei seinem hochkonzentrierten Cembalospiel Quelle: Schäfer
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Göttingen

Das Programm zeigte den historischen Hintergrund auf, vor dem sich Händel als Cembalist in England präsentieren konnte. Denn schon im 16. Jahrhundert hatten englische Komponisten des elisabethanischen Zeitalters eine feine Kunst auf diesem Instrument entwickelt, das besonders für intime Kammermusik geeignet war.

Aus dieser Epoche bot Staier zu Beginn der Matinee in der gut besuchten Aula der Universität besonders schöne Stücke von William Byrd, John Bull und dem 100 Jahre jüngeren Henry Purcell: hier mit tänzerischem Schwung, dort mit gesanglichen Melodien, kostbar mit Trillerchen, Prallern oder Doppelschlägen verziert. Immer wieder zeigte sich auch die Lust der Komponisten am Variieren, an immer neuen Beleuchtungen thematischer Grundgedanken. Besonders hübsch waren die Miniaturen Purcells aus einer Sammlung „handgemachter Musik“ („The Second Part of Musick’s Hand-made“).

Hielten sich die technischen Anforderungen dieser bezaubernden Stücke noch in Grenzen, so zeigte Staier in Händels E-Dur-Suite imponierend, mit welcher Freude der Komponist virtuose Pracht entfaltet. Das wurde vor allem im letzten Satz dieser Suite deutlich, den am Ende stürmisch dahinbrausenden Variationen.

Ein weiteres Feuerwerk der Cembalokunst zündete Staier nach der Pause in Bachs D-Dur-Partita. Die einleitende Ouvertüre besaß Größe und Würde, und selbst im fugierten Allegro-Teil bot Staier eine solche Präzision der Artikulation, dass auch in diesem schnellen Tempo alle Strukturen durchsichtig blieben. Graziös ließ der Solist die Allemande schweben, brillantes Figurenwerk leuchtete in der Courante auf, schönste melodische Bögen in der Aria. Den verhaltenen Klängen von Sarabande und Menuet stellte er am Ende eine schier halsbrecherisch schnelle Gigue entgegen: Das war Musik zum Genießen und zum Staunen gleichermaßen. Begeisterter Beifall, als Zugabe die Sarabande aus Bachs erster Partita.

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