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Regional NDR-Chor gibt Konzert zu Frieden in Göttingen
Nachrichten Kultur Regional NDR-Chor gibt Konzert zu Frieden in Göttingen
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13:39 21.05.2018
Der NDR-Chor unter Philipp Ahmann singt Friedens-Chöre von Händel. Quelle: Michael Schäfer
Göttingen

Ausschließlich Werke von Georg Friedrich Händel standen auf dem Programm. Auf die instrumentale Einleitung mit dem Concerto grosso d-Moll HWV 316 folgten drei Chorstücke: die Ode „Eternal Source of Light Divine“, eine Huldigungsmusik zum Geburtstag der britischen Königin Anne am 6. Februar 1713. Jede Strophe dieser Ode schließt mit den Zeilen „The day that gave great Anne birth / Who fixed a lasting peace on Earth“. Es geht also um „bleibenden Frieden auf Erden“ – der Abschluss des Friedens von Utrecht stand kurz bevor. Zum Lobpreis dieses Friedens komponierte Händel bald darauf das Utrechter Jubilate, mit dem die zweite Konzerthälfte begann. Ein drittes Mal hat Händel 1749 eine Friedensmusik geschrieben: zur Feier des Friedens von Aachen, für die das Peace Anthem entstand.

Bewegende Innigkeit der Kompositionen

Es sind dies vielleicht nicht die glanzvollsten Chorkompositionen Händels, doch strahlen sie immer wieder eine warme Innigkeit aus, die bewegt. Am vergleichsweise hellsten gefärbt ist die Geburtstagsode für Queen Anne – schließlich geht es darin um die ewige Quelle des göttlichen Lichts. Im Utrechter Jubilate gibt es nicht einmal ein Sopran-Solo, nur die dunkler timbrierten Stimmen treten solistisch hervor. Einzig im Peace Anthem darf am Ende – nach einem Duett zweier Alt-Soli – der Solosopran den Segen des Friedens besingen.

Dafür sind die Chorpartien sehr vielgestaltig, hier in mächtigen homophonen Akkordblöcken, dort in lebhaften polyphonen Linien. Der 32 Stimmen starke NDR-Chor bewältigte seine Aufgaben mit großer Professionalität, mit einer eindrucksvollen dynamischen Spannweite zwischen anrührenden Piano-Stellen und kraftvollem, substanzreichem Forte. Wie hoch die sängerischen Qualitäten der Choristen sind, wird allein schon daran deutlich, dass alle Solopartien dieser Stücke mit Chormitgliedern besetzt werden konnten. Dass sie nicht dieselbe Strahlkraft mitbringen wie Sänger, die sich ausschließlich dem Sologesang widmen, ist nachvollziehbar.

Virtuoses und ausdrucksstarkes Orchester

Mit seinem Dirigat forderte Ahmann allerdings seinen Choristen nicht ganz so viel Spannkraft und Energie ab, wie der Chor zur Festspieleröffnung im Oratorium „Judas Maccabaeus“ vorgeführt hatte. Vereinzelt gab es auch kleine Tempounterschiede zwischen Vokalisten und Instrumentalisten.

Das Kammerorchester setzte sich aus Mitgliedern des Festspielorchesters – darunter die Geigerin Catherine Aglibut als befeuernde Konzertmeisterin – und ausgewählten Gastkünstlern zusammen, von denen einige aus preisgekrönten Nachwuchsensembles der Göttinger Wettbewerbe stammten. Auch hier hätte es sicher noch ein wenig mehr Glanz geben können, gleichwohl musizierten die Musiker transparent, virtuos und ausdrucksstark. Das Publikum spendete lang anhaltenden Beifall.

Konzert im Radio

In der Reihe „Das Sonntagskonzert“ sendet NDR Kultur einen Mitschnitt dieses Konzerts am Sonntag, 1. Juli, um 11 Uhr. Das Galakonzert des Christ Church Cathedral Choir von Sonnabend wird am Sonntag, 26. Juni, um 11 Uhr von NDR Kultur ausgestrahlt.

Von Michael Schäfer

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