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Göttinger Instrumental-Ensemble mit Solistin Ina Jannsen

"Königin der Nacht" Göttinger Instrumental-Ensemble mit Solistin Ina Jannsen

Die „Königin der Nacht“ trägt Sterne im Haar. Das ist schön. Klug ist, dass sie zum schwarzen Kleid ein Pelzjäckchen trägt, denn in der Klosterkirche in Nikolausberg ist es kalt. Angesichts der Zuschauerzahl schien dies aber kein Grund zu sein, sich das „Mozart-Konzert“ unter der Leitung von Henning Ederhof entgehen zu lassen.

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"Der Hölle Rache": Mozart-Abend in Nikolausberg.

Quelle: Hinzmann

Man blieb eben angezogen und auch die Musiker griffen spätestens in der Pause beherzt zum Mantel. Mit Ina Jannsen, der Sopranistin des Abends, hatte Ederhof eine überzeugende Sängerin für den Abend gewonnen. Spätestens mit „Schon lacht der holde Frühling“ hatte sie auch thematisch das Publikum auf ihrer Seite. Während ihrer Interpretation der berühmten 2. Arie aus Mozarts Zauberflöte „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ konnten sich die Zuschauer genüsslich zurücklehnen, so präzis und sicher sang sie die hohen Lagen. Dies ist bei diesem sehr anspruchsvollen, über zwei Oktaven gehenden Stück keine Selbstverständlichkeit. Begleitet wurde Jannsen durch das Göttinger Instrumental-Ensemble. Die Besetzung stellte eine gelungene Mischung aus Laien- und Profimusikern unterschiedlichsten Alters dar, die alle Ederhofs Ruf gefolgt waren. Geld gab es dafür nicht „aber wenn es um Musik geht, bin ich immer dabei“ so der Fagottist, Burkhard Dyck, Lehrer am Göttinger Otto-Hahn-Gymnasium.

Auf dem Programm standen des Weiteren die „Posthorn-Serenade D-Dur“ und das „Nannerl-Septett D-Dur“. Die Serenade D-Dur entstand 1779 in Salzburg. Es wird angenommen, dass die Philosophie-Studenten der Salzburger Universität unter anderem mit diesem Werk ihren Abschluss feierten. Die Besonderheit des Werkes besteht vor allem in der Erweiterung des normalerweise dreiteiligen Menuetts im sechsten Satz um ein zweites Trio. Dieses wird vom Posthorn gespielt, worauf auf dem Programmzettel extra hingewiesen wird, so stolz ist man darauf.

Im „Nannerl-Septett“ lässt sich Ederhof auch nicht durch die zu Boden fallende Partitur aus dem Konzept bringen, die ihm glücklicherweise ein junger Cellist schnell wieder reicht. Geradezu pingpongartig wird der Themenball im ersten Satz – Allegro molto – zugespielt. Den unterhaltsamen Serenaden-Charakter unterstreicht der sechste Satz, ein Marsch „alla francese“. Hervorzuheben ist besonders das Oboenspiel und ein wunderbares Geigensolo von Konzertmeister Alexander Könnyü.
Der ein oder andere begeisterte Zuschauer blieb noch auf einen Plausch mit der Sopranistin. Mozartfan Ederhof zeigt sich nach rund zweieinhalb Stunden sehr zufrieden: „Das ist die beste Besetzung, die ich seit langem hatte.“ Er muss es wissen, dies war schließlich nicht sein erstes Mozart-Konzert.

Von Marie Varela

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