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Göttinger Kammerorchester konzertiert im Alten Rathaus

Bach-Konzert Göttinger Kammerorchester konzertiert im Alten Rathaus

Drei Werke aus Bachs reichem Konzert- und Suitenschaffen standen am Montagabend im Mittelpunkt des Konzerts des Göttinger Kammerorchesters. Im Alten Rathaus brachten sie neben der Suite in h-Moll für Flöte, Streicher und Basso Continuo auch das Doppelkonzert für zwei Violinen und das Brandenburgische Konzert Nr. 3 zu Gehör.

Auf Grund des krankheitsbedingten Ausfalls von Sopranistin Theresa Sommer wurden die ursprünglich geplanten Arien jedoch durch das Konzert Op. 6, Nr. 6 von Evaristo Felice dall’Abaco, einem Zeitgenossen Bachs, ersetzt.

Wird die Flöte in den ersten Sätzen der h-Moll Suite zunächst lediglich als färbendes Register der ersten Violinenstimme eingesetzt, so blitzen in der Polonaise-Double und Bourrée erste Solomomente auf. Flötistin Bettina Bormuth orientierte das Werk mit ihrem leichten und sehr klaren Ton an der historischen Aufführungspraxis. Trotz des hohen Tempos, das die Musikerin im Finalsatz anschlug, büßte sie nicht an Präzision ein und schloss mit einer virtuosen und spannungsgeladenen Badinerie.

Charmantes Adagio

Es folgte Abacos’ Konzert Op. 6, Nr. 6, in welchem er, kennzeichnen für sein Werk, kontrapunktische Strenge mit italienischem Charme verbindet. So führte das Streicher­ensemble das gegenläufig gesetzte Thema im Eingangsallegro sehr sauber durch die nacheinander einsetzenden Stimmen und versahen das charmante Adagio mit schwelgenden, ausgewogenen Klangmomenten.

Mit dem Doppelkonzert brachten die Solisten Adam Czermak und Zsuzanna Bolimowski einen expressiv interpretierten Bach zu Gehör. Nacheinander stellten sie die Themen vor, welche so eng aneinander orientierten, dass sie der begleitenden Orchesterstimme gemeinsam Widerpart und Partner waren. Das Mit- und Gegeneinander stellten die Musiker hörbar heraus. Im Largo bestachen die Solisten sodann mit perfekter Abgestimmtheit in Ton und Ausdruck.

In dem dritten Brandenburgischen Konzert stand das musikalische Miteinander der Stimmgruppen im Vordergrund. Bach verzichtet auf eine konzertierende Gruppe, die einem Tutti gegenüber steht und verarbeitet die solistischen Elemente gleichberechtigt in allen Stimmen. Dieses Miteinander, das Zuwerfen und Beantworten von Motiven war an diesem Abend ein absoluter Hörgenuss.

Von Rhea Maria Richter

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