Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Göttinger Knabenchor singt sein Japan-Reiseprogramm
Nachrichten Kultur Regional Göttinger Knabenchor singt sein Japan-Reiseprogramm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:26 11.04.2018
In bester stimmlicher Verfassung: der Göttinger Knabenchor unter Michael Krause. Quelle: Michael Schäfer
Anzeige
Göttinger

Rappelvoll war die Johanniskirche, als der Göttinger Knabenchor dort am Sonnabend Ausschnitte aus seinem Reiseprogramm präsentierte. Vom 17. März bis 2. April hat der Chor auf einer Tournee durch Japan acht Konzerte mit Stationen unter anderem in Hiroshima, Kyoto und Tokyo gegeben.

„Dona nobis pacem“, also „Gib uns Frieden“, lautete das Motto der Tournee unter der Schirmherrschaft der Deutschen Botschaft in Tokyo und des Deutschen Generalkonsulats in Osaka / Kobe. Ein besonderes Reiseziel war die Stadt Tokushima, Zentrum der gleichnamigen Präfektur, mit der das Land Niedersachsen 2007 ein Partnerschaftsabkommen geschlossen hat. Die rund 60 Sänger traten auf ihrer dreiwöchigen Reise nicht nur in eigenen Konzerten und in Gottesdiensten auf, sondern hatten auch gemeinsame Auftritte und einen Workshop mit japanischen Chören. So kam es zu einem lebhaften kulturellen Austausch.

Hochexpressive Vertonung

Dirigent Michael Krause eröffnete das Göttinger Chorkonzert mit einem kleinen Bündel japanischer Volkslieder, dazu kleineren geistlichen Stücken aus verschiedenen Epochen vom Barock bis zum 21. Jahrhundert. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten Kompositionen von Franz Herzog (1917-1986), dem aus Dresden stammenden Gründer des Göttinger Knabenchors: eine reizvolle Bearbeitung des Liedes „Der Mond ist aufgegangen“, in der die sich Aufwärtsbewegung des Mondes in der Stimmführung wiederfindet, und seine hochexpressive Vertonung chinesischer Gedichte in der Übertragung von Klabund („Fluch des Krieges“).

Besonders strahlend geriet Mendelssohns Vertonung des 100. Psalms „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“. Überhaupt zeigte sich der Chor in bester stimmlicher Verfassung, auf weite Strecken sehr intonationssicher, sang vieles auswendig, was den Blickkontakt mit dem Dirigenten ungemein erleichtert, und brachte viel frischen Schwung mit, der gewiss auch der besonderen Sicherheit nach den fernöstlichen Konzerterfahrungen zu verdanken ist.

„Göttingen“-Chanson im Chor-Arrangement

Weitere japanische Lieder, Brahms‘ „Guten Abend, gute Nacht“ im überhaupt nicht ängstlichen solistischen Knabenterzett und ein wirkungsvolles Chorarrangement des „Göttingen“-Chansons von Barbara aus der Feder von Michael Krause rundeten das Programm ab. Die Klavierbegleitung einzelner Chorsätze lag bei Nataliia Bachmann in besten Händen. Sie steuerte solistisch ein sehr ausdrucksstark interpretiertes „Lied ohne Worte“ von Mendelssohn bei.

Auf die ursprünglich vorgesehenen Pop-Songs verzichtete Krause angesichts der aktuellen Nachrichten von der Katastrophe in Münster. Auf die ging auch Superintendent Friedrich Selter in seinem geistlichen Wort ein. So war es ein ganz besonders passender Einfall, dass Michael Krause einen vom Chor und der Gemeinde gemeinsam zu singenden „Dona nobis pacem“-Kanon als Zugabe anstimmte. Am Schluss wurde der Chor mit Standing Ovations gefeiert. Und obendrein erhielten alle Organisatoren und Helfer der Japanreise zum Dank Blumen. Passend zum Reiseland waren es Kirschblütenzweige.

Von Michael Schäfer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit einer Mischung aus spontaner Stand-Up-Comedy und tiefgründigen Weisheiten hat Chris Tall am Sonnabend das Publikum in der ausverkauften Lokhalle in Göttingen unterhalten. „Darf er das“? stand provokant auf seinem T-Shirt. Die Antwort gab er mit seinem Programm selbst.

11.04.2018

Der Obernfelder Musiker Thomas Mühlhaus und die Duderstädter Band „All men work“ haben am Sonnabend im Kulturwerk Euzenberg ein gemeinsames Rockkonzert gegeben. Knapp 200 Besucher wollten sich dieses spezielle Event nicht entgehen lassen und erlebten einen Abend, der überwiegend von bekannten Coversongs geprägt war.

11.04.2018

Hass ist schlimm. Manchmal aber kann zu viel Liebe noch schlimmer sein. Das führt der norwegische Dramatiker Arne Lygre in seinem Stück „Schatten eines Jungen“ beklemmend konsequent vor. Am Freitag war deutsche Erstaufführung im Deutschen Theater Göttingen: ein Erfolg für die Akteure.

07.04.2018
Anzeige