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Göttinger Chor schreibt seine Gospelsongs selbst

The Living Gospel Choir Göttinger Chor schreibt seine Gospelsongs selbst

Schöne Melodien, jazzige Harmonien und eigene Texte: So beschreibt Jochen Pietsch die Musik des Living Gospel Choir, den er mit Gründerin Lisa Hintz leitet. 20-jähriges Bestehen feiert das Ensemble am Sonnabend, 9. Dezember, um 20 Uhr mit einem Konzert in der Göttinger Kirche St. Michael, Kurze Straße 13.

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Living Gospel Choir aus Göttingen.

Quelle: r

Göttingen. „Als 20-Jährige tourte ich mit einem Chor der Schweizer Missionsbewegung Gospel News wochenlang durch Europa, um den Menschen mit Musik das Evangelium nahe zu bringen“, erinnert sich Hintz. Zurück in Göttingen habe sie weitermachen wollen, doch Gospel sei damals noch nicht so populär gewesen wie heute. Vergebens habe sie nach einem Chor gesucht. „So habe ich 1997 dann selbst einen gegründet“, erzählt sie. Die nötigen Kenntnisse über Chorleitung, Stimmtraining und Dirigieren habe sie sich angeeignet – während eines Wochenendseminars.

„Ich war lange in verschiedenen Göttinger Freikirchen aktiv, aber der Chor war von Anfang an ein ökumenisches Projekt“, betont Hintz. Die Sänger wollten die christliche Botschaft vermitteln und die Herzen der Menschen erreichen, aber niemanden bedrängen. Ihr Bibelverständnis sei liberal. Sie machten den Menschen Mut, sich selbst anzunehmen und sich nicht unterkriegen zu lassen. Die Mitglieder ständen persönlich für das, worum es in den Songs gehe.

„Unser Repertoire der ersten Jahren umfasste vor allem zeitgenössischen Gospel sowie dazu passende rockige und poppige Stücke“, berichtet die Gründerin. Gospel-Klassiker, wie „Oh Happy Day“, gebe es bei ihnen höchstens einmal als Zugabe zu hören. Seit 2005 würden eigene Songs entstehen. Sieben Texterinnen gebe es im heute 20-köpfigen Chor. Das Vertonen übernehme Pietsch, der 2001 noch zu Schulzeiten als Pianist dazu gekommen sei und seit 2013 die Proben leite. Seit vier Jahren träten sie ausschließlich mit eigenen Stücken auf. In Zukunft wollten sie ihre Choreografien ausbauen. Sängerin Miriam Plate übe bereits heute mit ihnen einfache Bewegungsfolgen zur Musik ein.

„Der Chor hatte auch schon mal 40 Mitglieder“, erzählt Pietsch. Studierende, die kämen und gingen, sorgten für Fluktuation. Einige, die nach dem Examen fortgezogen seien, gehörten allerdings noch immer dazu. So gebe es mittlerweile Mitglieder unter anderem in Dänemark, Hamburg, Hannover und Melsungen. Mit Blick auf die Fahrzeiten hätten sie sich vor einem Jahr geeinigt, wöchentlich dienstags in der Dorfkirche in Mahlum, einem 500-Einwohner-Ort in der Nähe der Autobahnabfahrt Bockenem, zu proben. Dort seien sie einmal aufgetreten. Die Gemeinde freue sich, den Chor beherbergen zu dürfen. Mitglieder, die es nicht zu den Proben schafften, fänden Aufnahmen im Netz und könnten so alleine üben.

„Für unsere zehn bis 15 Konzerte im Jahr verlangen wir nie Eintritt, schließlich hat das auch Jesus nicht getan, nicht einmal als er die Bergpredigt hielt“, sagt Hintz. Sie würden aber am Ende um Spenden bitten. Auf das Geld seien sie insbesondere bei den Auftritten im Herbst angewiesen. Dann seien sie mit mehreren Profimusikern unterwegs und setzten Tontechnik ein. So kämen schnell 1000 Euro Kosten pro Auftritt zusammen.

Von Michael Caspar

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