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Regional Göttinger Symphonie Orchester gibt Konzert mit Jugendlichen
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12:00 25.11.2018
Unter der Leitung von Nicholas Milton spielen Musiker des GSO und das Jugend-Sinfonie-Orchesters zusammen Quelle: R
Göttingen

Die Aula der Waldorfschule ist bis auf den letzten Platz besetzt. Großen begeisterten Applaus gibt es schon als die Musiker der beiden Orchester die Bühne betreten. Ein besonderes Projekt ist dieses gemeinsame Konzert unter dem Motto „JSO meets GSO“ und von Anfang an herrscht eine besondere Atmosphäre.

Bereits im Januar hätte er die Idee gehabt anlässlich des 40jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Göttingen und Torun ein Konzert zu organisieren, bei dem die jungen Musiker des JSO mit denen des GSO spielen, erzählt Daniel Eismann, Leiter und Dirigent des JSO. Und zwar ausschließlich Werke polnischer Komponisten. Leider habe sich dieser Plan zu den eigentlichen Feierlichkeiten im Juni nicht mehr realisieren lassen. Mit dem Konzert im November sei die Feier nun eben etwas verlängert worden.

Anspruchsvolles Tempo

Mit der Kleinen Ouvertüre von Wojciech Kilar beginnt das Konzert. Mächtige Klänge, anspruchsvolles Tempo. Violine, Kontrabass, Trompete, Fagott, Oboe, Querflöte oder Violoncello, überall sitzen neben den gestandenen GSO-Musikern die Jugendlichen. In verschiedenen Besetzungen wird an diesem Abend gespielt. Bei den ersten beiden Stücken sind alle Musiker dabei, fast 70 stehen auf der Bühne, ein Stück spielt das JSO allein, zwei das GSO. Immer dabei sind drei Violinistinnen, eine Kontrabassistin und eine Flötistin des Jugendorchesters.

Intensive Probenarbeiten liegen hinter den Jugendlichen. Den ganzen Sommer über wurde an den Stücken gearbeitet. Das Otto-Hahn-Gymnasium als Nachbar der Räume vom JSO habe kräftige Beschallung ertragen müssen, so Eismann. Denn in diesem Supersommer seien die Fenster des Probenraums ständig offen gewesen. Ein intensive Woche mit den GSO-Musikern folgte direkt vor dem Konzert.

Schöner, gemeinsamer Klang

Und die hat offenbar allen sehr gefallen. „Es war eine tolle Woche“, sagte GSO-Chefdirigent Nicholas Milton bei seiner Einführung zum Konzert. Die Jugendlichen seien mit so viel Engagement und Energie bei der Sache gewesen, „dass wir alle uns ein bisschen jünger fühlen“. Und an die zahlreich vertretenen Eltern der jungen Musiker gewandt ergänzte er: „Danke für ihre Kinder!“

Dass die vielen Proben sich gelohnt haben, ist vom ersten Ton an spür- und hörbar. Die jungen Musiker halten souverän mit bei Tempo, Akzenten und Dynamik, die die Werke der polnischen Komponisten ihnen abverlangen. Ein schöner gemeinsamer Klang ist entstanden.

Mit dem wunderschönen Stück „Die Steppe“ von Zygmunt Noskoski zeigt das GSO an diesem Abend, dass sich alle Klassik-Fans auf die Saison unter dem neuen Chefdirigenten Milton freuen dürfen. Wunderbar schwebend und zart der Anfang, dann kraftvoll und facettenreich.

Höllisch schnell

Mit den wieder gemeinsam gespielten Nocturne von Frédéric Chopin und einer Mazurka von Stanislaw Moniuszko endet das beeindruckende Konzert. Natürlich nicht ohne Zugabe. Milton hatte sie vorher schon angekündigt: „Wir spielen die Zugabe aber nur, wenn laut genug geklatscht wird.“ Das war kein Problem und so gab es als Sahnehäubchen eine höllisch schnell gespielte Zugabe. „Wir spielen es so schnell, weil hinter den Kulissen die Pizza für unsere gemeinsame Feier wartet“, scherzte Milton.

Ein schönes Projekt, das offensichtlich allen gut gefallen hat. Nicht nur den Gesichtern der Jugendlichen ist die Freude beim begeisterten Schlussapplaus deutlich anzusehen. Auch die Profis lächeln entspannt und in ihren Blicken liegt viel Anerkennung für die jungen Kollegen.

Von Christiane Böhm

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