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Gerade rechtzeitig zum Silvesterkonzert

Göttinger Symphonie-Orchester Gerade rechtzeitig zum Silvesterkonzert

Beinahe wäre in diesem Jahr das traditionelle Silvesterkonzert des Göttinger Symphonie-Orchesters (GSO) ausgefallen. Doch weil sich die China-Tournee des GSO ein Stück verschieben ließ, kehrten die Musiker gerade rechtzeitig zum Silvesterabend in die ausverkaufte Stadthalle zurück.

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Quelle: Heller

Göttingen. Vier erfolgreiche Konzerte hat das GSO gleich nach Weihnachten in der chinesischen Provinz Guangdong gegeben, das letzte am Donnerstag. Am Freitag Rückflug, am Sonnabend Konzert in Göttingen: Offenbar sind die GSO-Musiker hart im Nehmen. Jedenfalls waren keine sichtbaren Zeichen von Erschöpfung oder Jetlag zu beobachten – einzig der erkältungsbedingt heisere Tief-Bass von GSO-Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller verriet etwas von den Strapazen, die das Orchester für die Göttinger in Kauf genommen hatte.

Rote Linie im Programm

Dafür spendierte das Publikum mitfühlenden Sonderapplaus.Den Abend eröffnete das GSO mit der Spring Festival Overture des chinesischen Komponisten Li Huanzhi, eine spritzige Musik, in der chinesische Melodik elegant mit abendländischer Harmonik verschmolzen ist. Webers jugendlich voranstürmende Ouvertüre „Beherrscher der Geister“ gab den Hinweis auf eine rote Linie im Programm, die Welt der Geister und der Mythologie.

Feurige ungarische Tänze

Diesem Thema war auch die sanfte Musik aus Glucks „Orfeo ed Euridice“ zugeordnet, in der die GSO-Soloflötistin Bettina Bormuth mit einem ausdrucksvollen, tonschönen Solo hervortrat.Der Walzer „Mephistos Höllenrufe“ von Johann Strauß (Sohn) eröffnete die Folge schwungvoller Tänze, die den Hauptteil des Abends bildeten. Wunderbar gelöst spielten die GSO-Musiker die Polka „Heiterer Mut“ von Josef Strauss und schlossen die erste Konzerthälfte mit vier feurig musizierten Ungarischen Tänzen von Brahms ab.

Nach der Pause folgten vier weitere Sträuße: die Schnellpolka „Ohne Sorgen von Josef Strauss (einem Favoriten in der Gunst von Dirigent Mueller, wie er in seiner Moderation verriet), der anrührend volkstümliche Walzer „Das Leben ein Tanz“ von Vater Strauß sowie die populäre Tritsch-Tratsch-Polka und der Walzer „Liebeslieder“ von Sohn Strauß.

Allerbester Tanzorchester-Sound

Dabei zog Mueller alle Register der Dirigentenkunst: kleine Überraschungspausen, sanfte Dehnungen des Tempos, unwiderstehliche Accelerandi, punktgenaue Akzente, das alles mit einem Schwung und einer Spannung, dass die Pulse der Zuhörer schneller gingen. Den offiziellen Schlusspunkt setzte das GSO mit dem wirbelnden Cancan aus Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“.

Dass danach Zugaben folgen mussten, war abzusehen – nicht aber, dass das GSO seinen Klangcharakter derart verändern kann, wie es in zwei Sätzen aus Ernst Fischers „Tanzorama“ bewies. In dieser Rumba und diesem Boogie-Woogie verströmte es allerbesten Tanzorchester-Sound – inklusive Kontrabass-Pirouette beim Boogie. Hinreißend. Das Finale: der Radetzky-Marsch zum Mitklatschen. Großer Jubel.

GSO-Neujahrskonzerte

Das Programm des Silvesterkonzerts ist – leicht verändert – noch einmal am Mittwoch, 4. Januar, um 19.45 Uhr als Neujahrskonzert in der Göttinger Stadthalle zu hören. Solistin in Ravels „Tzigane“ und in Piazzollas „Verano Porteño“ ist die Geigerin Chiara Sannicandro aus Salzburg.Mit diesem Programm geht das GSO im Januar auf Tournee.

Am Donnerstag, 5. Januar, spielt es in der Eichsfeldhalle in Duderstadt, am Freitag, 6. Januar, im Forum des Gymnasiums Alfeld. Die nächsten Stationen sind Bleckede (7. Januar), Uelzen und Unterlüß (8. Januar), Osterode (9. Januar: 11 Uhr und 17 Uhr), Wunstorf (11. Januar), Seesen (12. Januar), Holzminden (13. Januar), Bückeburg (14. Januar) sowie Melle und Hann. Münden (15. Januar: 11 Uhr und 19.30 Uhr). el

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