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Göttinger Symphonie-Orchester konzertiert in der Stadthalle

Grazie und Delikatesse Göttinger Symphonie-Orchester konzertiert in der Stadthalle

Lange Vergessenes kann man wieder entdecken, manchmal wirkt aber auch die Begegnung mit bekannten Dingen so neu, dass sie einer Wiederentdeckung gleicht. Insofern war der Titel des Konzerts „Wieder entdeckt“ mit dem Göttinger Symphonie-Orchester am Donnerstag in der gut besetzten Stadthalle durchaus verheißungsvoll.

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Mit viel Grazie und Delikatesse: Das GSO in der Stadthalle

Quelle: Pförtner (Symbolbild)

Die eigentliche Wiederentdeckung – für die meisten Hörer eher eine Neuentdeckung – war das zentrale Werk des Abends, die Sinfonietta für Streichtrio und kleines Orchester op. 83 von Felix Weingartner (1863-1942). Der Komponist ist als einer der bedeutendsten europäischen Dirigenten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in die Musikgeschichte eingegangen.

Daneben hat er – ähnlich wie Wilhelm Furtwängler – ein umfangreiches kompositorisches Œuvre hinterlassen.

Seine Sinfonietta op. 83 aus dem Jahre 1935 ist ein liebenswürdiges spätromantisches Werk mit viel Grazie und Delikatesse. Der Solopart war bei den Musikern des Streichtrios Berlin, das aus dem früheren Gaede-Trio hervorgegangen ist, in guten Händen. Vor allem im zentralen Satz, dem innigen „Canto religioso“, ließen sie den Klang wunderschön blühen.

Doch vermisst man angesichts der Kleingliedrigkeit dieser Sinfonietta – sie umfasst fünf Sätze – einen größeren Atem, eine länger anhaltende dramatische Entwicklung. Das konnten weder die Solisten noch das engagiert musizierende GSO verhindern.

Gastdirigent war der Engländer Kevin Griffiths, der Chef des Collegium Musicum Basel. Er pflegt einen sportlich-straffen Musizierstil ohne grüblerischen Ballast, ohne emotionale Tüftelei. Damit vermag er die Musik ausgesprochen frisch und mitreißend darzustellen, wie er gleich in der eröffnenden Hebriden-Ouvertüre Mendelssohns zeigte.

Und das ist auch für Beethovens fünfte Symphonie, die vom GSO – bis auf minimale Trübungen in den Horn- und Kontrabass-Partien – sehr lebendig und akzentuiert interpretiert wurde, ein erfrischender Ansatz. Wer will, mag dies eine Wiederentdeckung nennen.

Von Michael Schäfer

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