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Göttinger Symphonie-Orchester mit Sonderzyklus im Deutschen Theater

„Wiener Klassik“ Göttinger Symphonie-Orchester mit Sonderzyklus im Deutschen Theater

Manchmal kann Neuland in der Vergangenheit liegen. Das führt das Göttinger Symphonie-Orchester (GSO)in seiner seit fast zehn Jahren bestehenden Sonderreihe zum Thema „Wiener Klassik“ im Deutschen Theater vor. Immer enthalten die Programme in Vergessenheit geratene Werke, die das Bild dieser Epoche durch neue Facetten bereichern.

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Musizierte mit ansteckendem Feuer: das Göttinger Symphonie-Orchester unter der Leitung von Dirigent Reinhard Goebel.

Quelle: Heller

Auf die Zeit um das Jahr 1800 war der erste Abend der Sonderreihe am Donnerstag fokussiert. Für die historische Einordnung war die Musikwissenschaftlerin Dorothea Schröder zuständig, die mit ihrer Moderation ohne jedes Fachchinesisch sowohl fundiert als auch unterhaltsam informierte.

Mit einer Orchestersonata von Johann Georg Albrechtsberger (1736 – 1809) eröffnete das GSO unter der Leitung des Gastdirigenten Reinhard Goebel den Abend. Als Freund Mozarts und Lehrer Beethovens ist Albrechtsberger geläufig, doch seine Musik hört man so gut wie nie. Die Sonata – eine Doppelfuge, der eine Adagio-Einleitung vorausgeht – zeigte, dass der handwerklich gediegene Komponist Sinn für repräsentative Wirkungen hat. Goebel verstand es, diese verhältnismäßig steife, ein bisschen gestelzte Musik zum Schwingen zu bringen. Die Musiker boten unter seiner Leitung ausdrucksvolle Linien und lebendige Dialoge.

Von Franz Clement (1780 – 1842) stammte das Solokonzert des Abends, ein Violinkonzert in D-Dur. Clement war Uraufführungssolist von Beethovens D-Dur-Violinkonzert: ein in frühen Jahren viel gerühmter Geiger, der aber noch zu Lebzeiten in Vergessenheit geriet. Sein Konzert ist vor allem im langsamen Satz ein melodisch ausgesprochen schönes Werk. Es erfordert einen virtuosen Solisten, der auch über die eine oder andere Länge hinwegzuspielen versteht. Das gelang der jungen Violinistin Yuki Manuela Janke (Jahrgang 1986) auf bezwingende Weise. Sie meisterte die technischen Schwierigkeiten souverän und spielte dabei ihren Part mit graziler Leichtigkeit und melodischer Süße.

Dass sich vor einem solchen Hintergrund Beethovens Musik einzigartig geistreich und überraschend abhebt, ist kein Wunder. Dieser Schuss Genie (der sehr wohl mit viel Arbeit zu tun hat) fehlt Albrechtsberger und Clement, keine Frage. So wurde Beethovens erste Symphonie zum Gipfelpunkt des Abends. Das GSO musizierte mit ansteckendem Feuer, auch wenn das Tempo im Scherzo stellenweise nicht ganz stabil schien. Ihrer Begeisterung verliehen die Zuhörer mit lautstarkem Klatschen und Trampeln Ausdruck.

Der zweite Abend am Donnerstag, 17. März, um 19.45 Uhr im Deutschen Theater bietet Musik von Gluck, Salieri und Schubert. Dirigent ist Chistoph-Mathias Mueller.

Von Michael Schäfer

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