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Regional Company aus Uganda zu Gast
Nachrichten Kultur Regional Company aus Uganda zu Gast
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15:00 26.09.2018
Probe der Keiga Dance Company in der Alten Fechthalle. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Die Tanzfläche ist groß in der Alten Fechthalle. Hier proben die vier Tänzer der Company für ihren Auftritt im JT. „Scars of Innocence“ heißt das Stück das sie präsentieren, „Narben der Unschuld“. Genitalverstümmelung von Frauen ist das Thema, dessen sie sich angenommen haben. An diesem Vormittag proben sie mit Ufuoma Essi, einer jungen Tänzerin aus Berlin. Sie ist in Göttingen geboren, hat im Hainberg-Gymnasium ihr Abitur absolviert und später in Berlin und New York Tanzausbildungen genossen. Den Grundstein für ihr Interesse habe allerdings Judith Kara gelegt, in deren Tanzschule art la danse Essi seit ihrem elften Lebensjahr Kurse belegt hatte. Essis Vater stammt aus Nigeria, ihre Mutter aus Deutschland. Kara, die die Tanz- und Kulturwoche organisiert, hat Essi und die Keiga Dance Company zusammengebracht. Essi soll in die Produktion eingebaut werden.

Früh Verantwortung übernehmen

Jonas Byaruhanga hat die Company im Jahr 2004 gegründet, damals war er 21 Jahre alt. In Uganda übernehmen junge Menschen sehr früh Verantwortung, erklärt er beim Gespräch vor der Probe. Er hatte Tanzkurse gegeben und sich dann mit anderen Lehrern zusammengetan, die alle eigene Gruppen hatten. Die Company habe als Plattform für Jugendliche dienen sollen, erläutert Byaruhanga. Gessllschaftliche Fragen wollten sie mit zeitgenössischem Tanz verhandeln.

Mit dem Thema Beschneidung bei junge Frauen seien sie durch eine Schülerin in Kontakt gekommen, sagt Byaruhanga. Sie hätten vorher keine Informationen darüber gehabt. Die Schülerin sei nicht mehr in ihre Kurse gekommen. Auf Nachfrage habe sie von ihrem Freund erzählt, der Sex mit ihr haben wollte, sie jedoch nicht. Wegen ihrer Beschneidung sei das jedesmal wie eine offene Wunde, habe das Mädchen berichtet. „Das passaiert in Uganda?“, habe er sich damals fassungslos gefragt, sagt Byaruhanga. Und nicht nur dort.

Von Genitalverstümmelung betroffen

Etwa ein Prozent der Frauen in seinem Heimatland seien von Genitalverstümmelung betroffen, in Somalia 96, in Dschibuti 70 und im Sudan bis zu 40 Prozent, so Byaruhanga. Daraufhin entwarf er mit seinen Kollegen eine Choreografie, um auf das Leiden der Frauen aufmerksam zu machen. Sie entwickelten mit tänzerischen Elementen aus Modern und African Dance unterschiedliche Charaktere, mit denen sie auch gegensätzliche Sichtweisen zeigen.

Mit ihren Produktionen gastierte die Company bereits auf vielen Festivals weltweit. Auch in Ländern wie in Deutschland würden Besucher beim Gespräch nach der Vorstellung verständnislos reagierten, berichtet Byaruhanga und zitiert: „Das ist doch Kultur. Warum zerstört ihre eure Kultur?“

Zufälliges Treffen im Fitness-Studio

Kara traf die Tänzer der Company übrigens zufällig in einem Göttinger Fitness-Studio. Sie habe dort Ausdauerübungen absolviert, die Tänzer hätten Jugendliche unterrichtet. Kara: „Ich war begeistert von ihrer Energie“.

Die Keiga Dance Company tritt am Donnerstag, 27. September, um 19 Uhr im Jungen Theater Göttingen, Hospitalstraße 6, auf. Karten gibt es unter Telefon 0551/495915.

Von Peter Krüger-Lenz

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