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Göttinger Vokalensemble singt Mahler und Brahms

Aus Volkes Mund Göttinger Vokalensemble singt Mahler und Brahms

Liebesglück und Liebesleid bringen die Menschen seit jeher zum Singen und Dichten. So auch Johannes Brahms und Gustav Mahler: Für ihre schönsten Schöpfungen griffen sie dabei auf Liedgut zurück, das vom Volksmund überliefert war und bereits in verschiedenen Sammlungen vorlag.

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Unter der Leitung von Andreas Jedamzik: das Göttinger Vokalensemble.

Quelle: Heller

Göttingen. Das „Göttinger Vokalensemble“ stellte in seinem Frühjahrskonzert am Sonntag in der Uni-Aula die Meister des spätromantischen Liedgesangs einander gegenüber.

Mit den Liebeslieder-Walzern op. 52 von Brahms eröffnete das Ensemble unter Leitung von Andreas Jedamzik das Konzert in der gut besuchten Uniaula. Indem Jedamzik seinen Chor singen ließ, was Brahms für vier Singstimmen komponiert hat, unterstrich er den volksliedartigen Charakter der Stücke.

Der aus rund 30 Sängerinnen und Sängern bestehende Chor artikulierte textgenau und gestaltete die Verse in feiner dynamischer Abstufung: So wurde den Hörern der beschwingte „kleine, hübsche Vogel“ ebenso plastisch vor Ohren geführt wie das bedrohliche Mahlen der Wogen („Am Gesteine rauscht die Flut“). Die vierhändige Begleitung am Klavier besorgten Kerstin Mörk und Philipp Heiss: Sie trieben das Geschehen im strikten Walzertakt voran.

Für die sieben ausgewählten „Wunderhorn“-Lieder von Mahler betrat dann der aus Finnland stammende Bass-Bariton Philip Björkqvist das Podium: Gleich im eröffnenden „Rheinlegendchen“ bestach er mit samtweicher und wohlklingender Tongebung.

In seinem Vortrag mischte er gekonnt den Schmerz des Abschieds („Zu Straßburg auf der Schanz“) mit der augenzwinkernden Fröhlichkeit des Lieds „Um schlimme Kinder artig zu machen“. Sekundiert von Philipp Heiss am Klavier, begeisterte der junge Sänger auch mit dem bezaubernden „Wer hat denn dies Liedlein erdacht“, wenn ihm auch die Koloraturen (noch) nicht ganz bruchlos gelangen.

Die „neuen Liebeslieder“ op. 65 von Brahms brachten die Zuhörer zum Schluss noch stärker mit der melancholischen Seite der Liebe in Berührung: Wieder bestach der Chor durch seine homogene Stimmführung und temperamentvolle Darstellung.

Von Matthias Körber

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