Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Göttinger Vokalensemble singt Mahler und Brahms
Nachrichten Kultur Regional Göttinger Vokalensemble singt Mahler und Brahms
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 09.05.2013
Unter der Leitung von Andreas Jedamzik: das Göttinger Vokalensemble. Quelle: Heller
Anzeige
Göttingen

Das „Göttinger Vokalensemble“ stellte in seinem Frühjahrskonzert am Sonntag in der Uni-Aula die Meister des spätromantischen Liedgesangs einander gegenüber.

Mit den Liebeslieder-Walzern op. 52 von Brahms eröffnete das Ensemble unter Leitung von Andreas Jedamzik das Konzert in der gut besuchten Uniaula. Indem Jedamzik seinen Chor singen ließ, was Brahms für vier Singstimmen komponiert hat, unterstrich er den volksliedartigen Charakter der Stücke.

Der aus rund 30 Sängerinnen und Sängern bestehende Chor artikulierte textgenau und gestaltete die Verse in feiner dynamischer Abstufung: So wurde den Hörern der beschwingte „kleine, hübsche Vogel“ ebenso plastisch vor Ohren geführt wie das bedrohliche Mahlen der Wogen („Am Gesteine rauscht die Flut“). Die vierhändige Begleitung am Klavier besorgten Kerstin Mörk und Philipp Heiss: Sie trieben das Geschehen im strikten Walzertakt voran.

Für die sieben ausgewählten „Wunderhorn“-Lieder von Mahler betrat dann der aus Finnland stammende Bass-Bariton Philip Björkqvist das Podium: Gleich im eröffnenden „Rheinlegendchen“ bestach er mit samtweicher und wohlklingender Tongebung.

In seinem Vortrag mischte er gekonnt den Schmerz des Abschieds („Zu Straßburg auf der Schanz“) mit der augenzwinkernden Fröhlichkeit des Lieds „Um schlimme Kinder artig zu machen“. Sekundiert von Philipp Heiss am Klavier, begeisterte der junge Sänger auch mit dem bezaubernden „Wer hat denn dies Liedlein erdacht“, wenn ihm auch die Koloraturen (noch) nicht ganz bruchlos gelangen.

Die „neuen Liebeslieder“ op. 65 von Brahms brachten die Zuhörer zum Schluss noch stärker mit der melancholischen Seite der Liebe in Berührung: Wieder bestach der Chor durch seine homogene Stimmführung und temperamentvolle Darstellung.

Von Matthias Körber

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige