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Grenzgänger des Rock und der Weltmusik

Grenzgänger des Rock und der Weltmusik

Es gibt heute Dinge aus den siebziger Jahren, die immer noch Bestand haben. Wer von Disco-Welle, Hippie-Bewegung oder aus aktueller Resignation auch von der Anti-AKW-Bewegung nichts wissen will, dürfte immer noch mit dem Krautrock von Guru Guru bestens bedient sein.

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Einfluss von Weltmusik: Gitarrist Roland Schaeffer spielt auch die indische Nadaswaram.

Quelle: Pförtner

Die vierköpfige Kultband, die in unterschiedlichen Besetzungen um den Drummer Mani Neumeier schon seit mehr als 40 Jahren besteht, überzeugt noch heute durch ihre Grenzgänge im Rock- und Worldmusic-Bereich. In der Musa nahmen sie nun ihre Fans mit auf einen Ritt durch ihre Musik, die sicher Nostalgie-Faktor hat, ohne dabei gestrig zu sein.

Auch, wenn Neumeier zu Beginn des Auftrittes bezweifelt, dass es Zuschauer unter 30 gibt. Kein Problem, das Konzert sei ja auch für die „Guru-Guru-Generation“. Doch dieser Vermutung zum Trotz mischten sich auch zahlreiche junge Menschen ins Publikum und genossen die markigen Sounds. Guru Guru setzt dabei meist auf ostinate Riffs, die von Peter Kühmstedt am Bass ihr groovendes Fundament erhalten.

Rhythmische Reibung erzeugt dabei die Gitarre von Hans Reffert, die mit viel Feingefühl meist die nächst kleinere rhythmische Ebene betont, wodurch ein dichter Klangteppich entsteht. Dieser wurde dann auch gleich kräftig von Neumeier ausgeklopft, dessen ausladendes Drumset samt Gong keinen Zweifel daran ließ, dass die Band während des Abends noch Größeres vorhatte.

Weitere Einflüsse kamen von Roland Schaeffer, der neben seiner Gitarre auf der indischen Nadaswaram das Spiel der Band in den Einflussbereich des Jazz verlegte. Ein für die Weltmusikszene charakteristischer Mix, der auch in Verbindung mit harten Rockklängen gut funktioniert. Doch die vier Männer können auch ganz brav sein und erforschten in mehreren Stücken sphärische Klänge, die auch mal ohne ein klares Metrum auskommen. Dann dominierten die verschiedenen Klangfarben, die durch ein kleines Arsenal an Percussion- und Blasinstrumenten erzeugt wurden.

So viel musikalische Kreativität dürfte auch in Zukunft dafür sorgen, dass sich die „Guru-Guru-Generation“ nicht durch ein homogenes Alter, sondern durch ihre Liebe zu musikalischen Synergien auszeichnet.

Von Jonas Rohde

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