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Regional Große Emotionen mit „Bach meets Tango“ in Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Große Emotionen mit „Bach meets Tango“ in Göttingen
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00:19 28.03.2013
Ein Orchester, bestehend aus Solisten: Concerto Verizano mit Dirigent Hermann Breuer. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Die konnten in einem fast dreistündigen Konzert mit dem Concerto Verizano unter der Leitung von Hermann Breuer viele Höhen und Tiefen durchleben und durchleiden, denn zum Tango gehört eben beides. Breuer übernahm auch den Posten des Moderators und gab äußerst unterhaltsam Einblicke in Leben und Werk von Johann Sebastian Bach und vor allem in das von Astor Piazzolla.

Der 1992 verstorbene Piazzolla gilt als Begründer des Tango Nuevo, einer Weiterentwicklung des traditionellen Tango Argentino, mit der er sich in den 1960er Jahren in der Tangohauptstadt Buenos Aires zunächst sehr unbeliebt machte. Des Öfteren habe er laut Breuer zu hören bekommen: „Maestro, spielen Sie doch mal einen Tango“, so anders und zuweilen nicht tanzbar war sein Stil.

Wo genau aber treffen sich die Musik Bachs und Piazzollas? Wahrscheinlich in ihrer Gabe, die Saiten der Seele in Schwingung zu bringen, die Zuhörer im tiefsten Mark zu berühren.  Hell, strahlend und voller Zuversicht erklingt der Choral  „Jesus bleibet meine Freude“. Darauf folgt der „Libertango“, Piazzollas internationaler Durchbruch.

Gleichzeitig kommen die herausragenden Solisten des Abends ins Spiel:  Ulrike Payer am Klavier und Christian Gerber mit dem dritten Star des Abends, dem Bandoneón. Die Erfindung des Krefelders Heinrich Band ist untrennbar mit dem Tango verbunden. Und dieses Instrument hat hörbar menschliche Züge, denn es atmet, weint, jammert und zetert wie in Piazzollas „Tristeza de un doble A“. In diesem Tango verarbeitet der argentinische Komponist einen Streit mit seiner Partnerin Amelita.

Das „Brandenburgische Konzert Nr. 3. G-Dur“ wird vom Concerto Verizano, einem Orchester aus lauter Solisten, so Breuer, kraftvoll im Stehen und mit einem überraschenden und virtuosen Geigensolo von Dorian Pawelczak dargeboten. Zielsicher steuert das Programm dem Höhepunkt der Emotionen entgegen.

Am Ende erklingt sein bester Tango, so sah es Piazzolla selbst: Adiós Nonino. Dieser Tango ist seit 2002 auch eng verbunden mit einer weinenden niederländischen Kronprinzessin. Stehend spendete das Publikum Applaus für dieses Konzerterlebnis mit seinem ausgesprochen gefällig zusammengestellten Programm.

Von Marie Varela

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