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Regional Gruseliges Gänseliesel
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00:17 12.12.2016
Götz Lautenbach als gespenstische Braut Quelle: R
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Göttingen

Weiß geschminkt, mit Kittel und Putzhandschuhen tritt Lautenbach auf die Bühne. Das Bühnenbild ist simpel. Es liegen Akten herum, ein Drehstuhl umgekippt in der Mitte. Lauterbach schimpft: „Studenten, Professori, Ärzte, alle kamen sie her und gingen wieder – und dann wurde das Dach müde.“ Mit der Anspielung auf die Geschichte des ThOPs und dessen Dachschaden vor etwa zwei Jahren beginnt der erste Grusel – es rieselt vom Dach. Das lässt die Besucher weiter in ihre Sitze sinken.

Die Spannung ist groß in den drei Erzählungen. Die Plots: ein Barbier, der den Teufel rasiert, ein Dämonenbräutigam, der seine Braut entführt und das Mädchen mit den Gänsen in einer Fassung des in Göttingen geborenen Dramatikers Roland Schimmelpfennig.

So ziehen sich die Geschichten durch Göttingen. Beginnend in der Universität führt die erste Erzählung in einer Verfolgungsjagd auf Kirchtürme. Lautenbach beweist dabei nicht nur Spielkunst, sondern auch Gleichgewicht, wenn er über die Balustraden des ThOP klettert.

Die immer und immer wieder ertönenden Worte des Teufels „Seif ein, seif ein, seif ein“ lassen sicherlich bei dem einen oder anderen Zuschauer Potenzial für Albträume zurück. Die Stimmung erinnert an E.T.A. Hoffmanns schwarze Romantik in seinem Schauerroman „Der Sandmann“.

Die von Kopf bis Fuß weiße Braut kommt daher wie ein Gespenst. Es spricht in Reimen. Ein schrecklich-schönes Gänsehautliesel.

Das Manuskript Friedrich Friedlands für den dritten Teil des Abends fand Roland Schimmelpfennig 2015 in Havanna – so verkündet das zumindest das Gänsehautliesel-Team. Das Gänsehautliesel erzählt danach also die Geschichte eines Pelzhändlers, der von Königsberg nach Göttingen reist und dort verbotenerweise das Mädchen mit den Gänsen küsst – mit schwerwiegenden Folgen.

Sein Weg führt ihn zur Freude des Publikums unteranderem durch Grone, die Rote Straße und zum Unipräsidenten.

Eingerichtet hat diesen Abend der Regisseur Thomas Müller. Und Gruselhörspiel-Fans bekommen hier einen Extraspaß durch hervorragende Schauspielkunst. Eineinhalb Stunden unterhält Lautenbach sein Publikum.

Weitere Vorstellungen: 11., 19., 21. und 22. Dezember um 20.15 Uhr im Theater im OP, Käte-Hamburger-Weg 3. Kartentelefon: 05 51 / 39 70 77.

Von Leslie Wathsack

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