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Regional Guarneri-Trio aus Prag begeistert in der Aula der Uni Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Guarneri-Trio aus Prag begeistert in der Aula der Uni Göttingen
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00:18 14.03.2013
Überragende Ensemblekommunikation: Die drei Prager Instrumentalisten konzertieren seit über 26 Jahren gemeinsam in Trioformation. Quelle: Heller
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Göttingen

Die gänzlich organische Verbindung aus Denken und Fühlen, die von den drei Musikern in der randvollen Aula der Georg-August-Universität vorgetragen wurde, war das Ergebnis von jahrelanger Erfahrung, musikalischem Verstand und blindem Zusammenspiel. Ebenfalls reizvoll war das Aufzeigen eines Entwicklungspfades, den die strukturell flüchtige Gattung des Klaviertrios seit Beethoven beschritten hat.

Ivan Klánský (Klavier), Čenek Pavlík (Violine) und Marek Jerie (Violoncello) präsentierten ausschließlich Musik tschechischer Meister. Ohnehin sorgte der kreative Umgang mit altgedienten Formen, den die tschechischen Komponisten so hörenswert mit dem klanglichen Erbe ihrer slawischen Heimat zu verbinden wussten, für intensive Momente des musikalischen Ausdrucks.

Überragende Ensemblekommunikation

Lubos Fišers 1978 komponiertes Trio präsentiert sich hingegen auf positiv-progressive Weise sehr viel schroffer. Themen, Tempi und Tonsprache wechseln, mit harschen Trennlinien versehen, in stürmischer Intensität. Hier zeigte vor allem Klánský, was ihn als Interpreten so besonders macht: Er ist nämlich nicht nur ein begnadeter Pianist, sondern auch noch ehemaliger Jungschachmeister der damaligen Tschecheslowakei.

Die dafür benötigte Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge erfassen und einzelne Handlungsverläufe im genau richtigen Zeitpunkt verknüpfen zu können, macht nicht nur das Schachspiel, sondern auch die Musik zu einem ästhetischen Genuss – auch wenn sich Schwarz und Weiß zumindest beim Klavierspiel nicht im Wege stehen sollten.

Nach Bedřich Smetanas Trio g-Moll op. 15 konnten sich die Zuhörer insbesondere bei Antonín Dvořáks „Dumky“-Trio ein Bild der überragenden Ensemblekommunikation verschaffen.

Der zwischen 1890 und 91 entstandene Zyklus aus sechs mit der slawischen Tanzform Dumka spielenden Sätzen schäumt vor emotionalen Kontrasten über – Klánský, Pavlík und Jerie agierten dennoch planvoll und verliehen dem kleinteiligen Werk mit viel Voraussicht für die Gesamtstruktur eine ausgeklügelte Dramaturgie.

Denken, Planen und Zupacken, wenn es nötig ist – das verdient sowohl im Schach als auch in der Musik höchsten Respekt.

von Jonas Rohde

Das nächste Aulakonzert mit dem Minguet Quartett und dem Bariton Thomas Bauer findet am Sonntag, 14. April statt. Beginn ist um 19.45 Uhr.

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