Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° Gewitter

Navigation:
Gudrun Brüne stellt in der Göttinger Galerie Ahlers aus

Traditionelle Leipziger Schule Gudrun Brüne stellt in der Göttinger Galerie Ahlers aus

Die Malerin Gudrun Brüne muss eine starke Frau sein. Als eine der wenigen Künstlerinnen behauptete sie sich unter vielen Männern der traditionellen Leipziger Schule. Mehr noch: Sie war verheiratet mit Bernhard Heisig, einem der ganz großen Maler der DDR. Ein solcher Gigant wirft einen großen Schatten.

Voriger Artikel
Premiere in Kassel: Markus Dietz inszeniert „Wir lieben und wissen nichts
Nächster Artikel
Astrid Dehe und Achim Engstler lesen in der Göttinger Sternwarte

Gudrun Brüne prangert an: Das Bild „Das goldene Kalb“ hat sie im Jahr 2012 gemalt.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Doch Brüne hat sich behauptet, sich und ihre Überzeugungen. Das zeigt derzeit eine Ausstellung mit Buildern der 73-jährigen Künstlerin in der Göttinger Galerie Ahlers.

Links vorne im Bild steht eine Frau in einem grünen Kleid vor einer Leinwand. Es ist die Malerin Artemisia Gentileschi (1593-1653), die berühmteste Malerin des Barock. Brüne zitiert hier ein Selbstporträt der Frau, die in einer Zeit malte, in der das Gewerbe eine Männerdomäne war.

Frida Kahlo zeigt Brüne in diesem Bild, Paula Modersohn-Becker – und sich selbst.

Vier Malerinnen, die zu kämpfen hatten in ihrer Zeit, sich aber nicht beirren ließen. Ein exemplarisches Bild, gemalt 2009, exemplarisch auch, weil in dem Sujet ein Puppenkopf zu sehen ist und eine Maske. Beide Motiv tauchen immer wieder auf in Brünes Bildern.

Malerische Qualitäten stehen außer Frage

Denn die Künstlerin bezieht malerisch auch zu anderen Themen Stellung. Sie reißt Masken von Gesichtern und malt als Frau beinahe schon trotzig immer wieder Puppen. Sogar ein „Picassoide Puppe“, gemalt im Stile des Großmeisters, findet sich unter diesen wenig freudvollen Spielzeugen.

Und Brüne lässt eine Menschenmenge jubelnd unter einem goldenen Kalb toben, weit nach der Fertigstellung des Bildes fügte sie noch einen Rennwagen dazu.

Galerist Oliver Ahlers präsentiert nach eineinhalb Jahren zum zweiten Mal Werke der Künstlerin. Ihre malerischen Qualitäten stehen außer Frage. Doch ihre Gesellschaftskritik bleibt eher schlicht, vielleicht, weil die Themen trotz allen Bewusstseins wenig von ihrer Aktualität verloren haben.

Ahlers schert sich um solche Überlegungen wenig. Ihm reiche schon die Konsequenz, mit der Brüne ihre Ziele verfolge. Das ist nicht von der Hand zu weisen.

Die Ausstellung mit Malerei von Gudrun Brüne läuft noch bis Sonntag, 20. April, in der Galerie Ahlers, Düstere Straße 21 in Göttingen. Sie ist dienstags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 13 Uhr geöffnet.
Voriger Artikel
Nächster Artikel
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag