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Regional Neue Musik und gute Stimmung am Albaniplatz
Nachrichten Kultur Regional Neue Musik und gute Stimmung am Albaniplatz
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11:13 16.09.2017
   Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

 In der Garage hat er kein Tonstudio sondern einen Boxring, erzählt Joseph J. Jones NDR2-Moderatorin Elke Wiswedel auf der roten Couch neben der Bühne. Sein Vater war Profiboxer und trainiert ihn noch heute. Beruflich hat Jones sich jedoch auf die Musik spezialisiert. Er kann besser singen als Boxen, so der 25–jährige Brite mit der kraftvollen Soulstimme. Beim Song „Hurricane“ vibriert der Beat durch die Luft über den gut gefüllten Albaniplatz. Ein paar Brocken Deutsch können nicht schaden, hat Jones erkannt und fordert die Zuhörer auf, näherzukommen. Die Konzerte auf der Open City Stage sind kostenlos. Ein paar eingefleischte Groupies musste Jones an diesem Abend aber nicht lange überzeugen. Seine ruhige, tiefe Stimme bringt eine Traube Teenager vor der Bühne zum Kreischen.

Joshua Isphording (15, links), Göttingen: „Das Soundcheck ist etwas Besonderes in Göttingen.“ Reik Christians (21, rechts), Emden: „Ich bin nicht extra wegen des Festivals nach Göttingen gekommen. Eigentlich ist das auch nicht so meine Musik.“Pia Hummerich (20), Göttingen (Foto, Mitte) Quelle: Jorid Engler

Etwas weiter abseits auf der Mauer zur Albanischule sitzen spontane Konzertbesucher, die neugierig aber nicht ganz mitgerissen sind. So wie der 15-Jährige Joshua Isphording aus Göttingen, der lieber entspannt zuhört als vor der Bühne zu schunkeln. Als dann „Gospel Truth“ bis an den Rand des Albaniplatzes dringt, springt Isphording auf und hält sein Handy Richtung Bühne. „Das Lied kenne ich aus dem Radio“, ruft er dann doch begeistert.

Fynn Krüger (17, Links), Göttingen: „Wir sind eben spontan aus dem Cheltenham-Park rübergekommen. Wir haben erst drei Lieder gehört, aber es klingt nicht schlecht.“Silas Nolte (18, Mitte), Göttingen: „Die Leute kommen nicht so gezielt hierher.“ David Stumpf (17, Rechts), Göttingen: „Die Stimmung könnte vielleicht ein bisschen besser sein. Es tanzen nicht alle.“ Quelle: Jorid Engler

Eine Stunde Live-Stream mit Zak Abel, dann betritt die nächste Band die City Stage. Die Zuhörerin Ute Grothey findet gerade diese Mischung aus Live-Musik und Live-Stream sehr gelungen. Die nächste Live-Band kommt aus Gießen. Die drei Jungs von Lupid spielen deutsche Popmusik. Die Musik hat sich geändert, das Outfit des Frontmanns nicht: Jeansjacke über schwarzem Kapuzenpulli. „Aus allen Wolken“ heißt ihre aktuelle Single. Das erste Album ist noch nicht fertig, es ist etwas dazwischengekommen. „Blöderweise sind ein paar neue Songs entstanden“, gesteht Sänger Tobias Hundt NDR2-Moderator Jens Mahrhold auf dem roten Sofa.

Entspannung bei Feierabendbier und Musik

Das Geschunkel von Bassist Patrick Serafin sieht eher nach Musikantenstadl als nach melancholischer Popmusik aus. Ihr Publikum haben Lupid trotzdem im Griff. Arme hoch, keine Widerrede. Tobias Hundt ist nicht nur Sänger, sondern auch Songwriter der Band. Dass er Texten kann, beweist er mit dem Song „Der Trick ist zu atmen“ – einer Anleihe beim Zwerg Gimmli aus „Der Hobbit“. Unter sternklarem Himmel verklingen die letzten Gitarrenriffs. Die Konzerte sind eng getaktet. Stündlich wechseln die Veranstaltungsorte. Hektisch ist es jedoch höchstens hinter den Bühnen. Auf dem Albaniplatz entspannt ein neugieriges und gut gelauntes Publikum beim Feierabendbier und Musik.

Tanja Pucz (40) aus Einbeck: „Supergeil! Ich bin voll überzeugt. Ich hab mir Joseph J. Jones schon im Handy gespeichert.“ Quelle: Jord Engler

Torsten Merten (49), Gleichen: „Das Soundcheckfestival ist sehr schön wie immer.“ Quelle: Jorid Engler

 

Volker Grothey (55), Herberhausen: „Gute Bühne, gute Stimmung. Wir sind wegen Alice Merton gekommen. „Roots“ kannten wir schon aus dem Radio.“ Quelle: Jorid Engler

Am Sonnabend geht das Programm auf dem Albaniplatz um 16.30 Uhr weiter mit der Band Lotte und wird, nach dem Auftritt von Razz um 18.30 Uhr, bis zum Ende des Festivals NDR2 Soundcheck Neue Musik am Sonnabend dauern.
 

Von Jorid Engler

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