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Regional Oboe Band in der Marienkirche
Nachrichten Kultur Regional Oboe Band in der Marienkirche
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13:18 12.05.2018
Die Oboe Band mit Rhoda Patrick, Susanne Regel, Kristin Linde, Stephan von Hoff und Alon Sariel (von links). Quelle: Schäfer
Göttingen

Das Ensemble aus zwei Oboen, zwei Fagotten und Theorbe ist schon seiner Besetzung wegen exotisch. Die Klangfarben von Oboe und Fagott mischen sich nicht, jedes Instrument hat seinen ganz eigenen Charakter. Die Oboe ist sehr fein und edel im Ton. Dagegen klingt das barocke Fagott immer ein bisschen rau, kann sogar streckenweise poltern, läuft mit dicken Sohlen. Über die elegante Oboe heißt es in einem Gedicht des frühen 18. Jahrhunderts: „Weg Bäurische Schallmey! mein Klang muß dich vertreiben […] du bleibest auf dem Dorff, ich wohn im Schloß und Städten.“

Aufregend unkonventionelle Triosonate g-Moll

Das zeigten Susanne Regel und Kristin Linde (Oboe und Oboe da Caccia), Rhoda Patrick und Stephan von Hoff (Fagott) zusammen mit Alon Sariel an der Theorbe in der aufregend unkonventionellen Triosonate g-Moll von Jan Dismas Zelenka (1679-1745) auf faszinierende Weise. Dass die stark beanspruchte Klappenmechanik von Rhoda Patricks Fagott bisweilen lautstarke Klapperklänge beimischte, gehörte zwar nicht unmittelbar zur Komposition, verstärkte aber den überhaupt nicht auf fein polierten Hochglanz ausgerichteten Interpretationsstil des Ensembles.

Viel eleganter präsentierten sich die Musiker in Georg Philipp Telemanns Triosonate e-Moll. Hier wechselte Kristin Linde von der Oboe auf die Blockflöte, die einer Barockoboe durchaus Widerpart zu leisten vermag. Alon Sariel – der sich diesen Abend zu seinem 32. Geburtstag gewünscht hatte – verlieh der Musik diesmal auf einer Barockgitarre noch einen Hauch spanisches Flair.

Klanglich ausgewogene Triosonate von Johann Friedrich Fasch

Weiter ging es mit Arrangements einer Händel-Arie („Bacchus, ever fair and young“ aus Alexander’s Feast) und der Orgel-Canzona d-Moll von Bach, bevor das Konzert mit einer ausdrucksstarken, klanglich ausgewogenen Triosonate von Johann Friedrich Fasch (1688-1758) zu Ende ging. Nicht alles an diesem Abend lief ganz lupenrein, aber ein Konzert mit Werkstatt-Charakter bringt Nähe zum Publikum, ebenso die lockere, informative Moderation der virtuosen FOG-Musiker – und ein verpasster Einsatz ist wirklich kein Beinbruch. Zum Dank für den herzlichen Applaus spielte die Oboe Band eine der frühesten englischen Oboen-Kompositionen, die 1695 entstandene, bewegende Totenklage „The Queen’s Farewell“ von Thomas Tollet.

Von Michael Schäfer

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