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Hamburg Blues Band in der Musa

Raue Veteranen Hamburg Blues Band in der Musa

Bei über 30 Jahren Bühnenerfolg und Männerfreundschaft darf man protzig sein: „Das Bluesschema ist uns zu langweilig“, sagt Gerd Lange. „Wir kochen unsere eigene Soße“, schiebt der Sänger der Hamburg Blues Band nach. Natürlich kommt die Band in der Göttinger Musa nicht ohne Bluesschema aus, aber ihr gitarrenlastiger Bluesrock weiß auch so zu überzeugen.

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Drei der vier Blues Band-Musiker: Hans Wallbaum, Gert Lange und Miller Anderson (v.l.).

Quelle: Vetter

Göttingen. Tatsächlich wäre es ja auch besonders für eine Bluesband taktisch unklug, ihre musikalischen Wurzeln zu durchtrennen. Der Volksmund irrt bekanntlich selten und rät, dass man nicht am Ast sägen sollte, auf dem man sitzt.

So viel des gut gemeinten Ratschlages, denn sonst haben die Veteranen keine Beratung mehr nötig: Bassist Michael Becker muss Drummer Hans Wallbaum nicht mehr anschauen, um sich über das treibende Fundament des Gruppenklangs abzustimmen. Er setzt auf ostinate Bassriffs, während Wallbaum – mit meist geschlossenen Augen – besonders auf den Becken aktiv ist.

Gert Langes Stimme, die oft mit der von Joe Cocker verglichen wird, hat für den satten Klang der Band mehr als genug Durchsetzungskraft und passt in ihrer Rauheit perfekt zu der Gitarre von Miller Anderson, der für die aktuelle Tour verpflichtet wurde. Anderson spielte schon für absolute Legenden wie John Lord, seine Gitarrensoli und sein Gesang sind an diesem Abend entsprechend energetische Höhepunkte.

Aber so ganz ohne Frau kommen die vier Musiker dann doch nicht aus. Nach der Pause betritt die Schottin Maggie Bell die Musa-Bühne und lässt wenig Zweifel daran, dass sie ihre Kollegen im Griff hat. Das lässt sich nicht nur mit ihrer Rockröhre begründen, sondern auch mit der Tatsache, dass sie die Hamburg Blues Band offenbar dazu gebracht hat, als Zugabe Kylie Minogues „Can‘t get you out of my head“ anklingen zu lassen. Und dafür braucht die Band dann tatsächlich kein Bluesschema.

Von Jonas Rohde

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