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Heinz Strunk stellt im Jungen Theater Göttingen sein jüngstes Buch vor

Einen Horizont bis zur nächsten Kneipe Heinz Strunk stellt im Jungen Theater Göttingen sein jüngstes Buch vor

Die naive Hoffnung, dass sich seine vielfältige Produktpalette auch mal so durchsetze wie die von Til Schweiger, habe er noch nicht aufgegeben, sagt Heinz Strunk. Warum denn auch?

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Schluss mit dem Biographischen: Heinz Strunk will sich künftig dem Fiktionalen zuwenden.

Quelle: Heller

Göttingen. Der Schriftsteller, der vor allem mit „Fleisch ist mein Gemüse“ Furore machte, Entertainer, Musiker und nun auch noch Politiker („Die Partei“) hat ja so einige Eisen im Feuer: Theaterstücke, Filme, und nun seinen fünften Roman „Junge rettet Freund aus Teich“.

Wieder bedient er sich aus seiner Biographie. Seine Hauptfigur und gleichzeitiger Ich-Erzähler heißt dann auch biographisch genau Mathias. (Strunks bürgerlicher Name ist Mathias Halfpape.) In drei Teilen, genauer im Alter von sechs, zehn und 14 Jahren, erzählt Mathias zunächst  aus seinem Leben mit Opa, der kein Moll mag, mit Oma, die einfach die Beste ist und Mama, die immer launischer und unberechenbarer wird.

Je älter er wird, desto mehr geht es um Gleichaltrige, fiese Mathelehrer, Sommerferien, Musik und Mädchen. Alles im norddeutschen, provinziellen Umfeld und doch ganz schön normal bis langweilig. Wäre da nicht Strunks originelle Art dem Normalen, dem Faden und Trostlosen Spaß abzugewinnen, ja, zuweilen mit Entschlossenheit abzuringen.

Dem Faden und Trostlosen Spaß abgewinnen

Der kleine und später pubertäre Mathias steht immer außerhalb dieser Welt aus ewig Sprüche klopfenden Dorfbewohnern, brüllenden Bauern, frisierten Mofas und einem Horizont, der höchstens bis zu nächsten Kneipe reicht. Er ist Beobachter, er gehört nicht dazu.

Das hört sich traurig an, und trotzdem haben die Zuhörer im gut besuchten Jungen Theater Göttingen viel Spaß an den kruden Geschichten aus den 60er und 70er Jahren, die von Gruppenzwang zwischen pupsenden Großmüttern und Pubertierenden erzählen. Die Omas beispielsweise versorgen den Nachwuchs mangels Sehvermögen mit morphiumhaltigen Schmerztropfen und machen so aus dem öden ein richtig spannendes Fernsehprogramm.

Außerdem amüsiert Strunk durch sein Spiel mit selbstironischen und selbstherrlichen Kommentaren, „es ist unwahrscheinlich, wieviele Stimmen ich beherrsche“. Zum krönenden Abschluss gibt Strunk das musikalische Leitmotiv seines Textes auf der Querflöte zum Besten: Carl Douglas‘ „Kung Fu Fighting“ aus dem Jahr 1974.

Seine Biographie sei jetzt ausreichend ausgereizt, künftig müsse er sich fiktionalen Inhalten zuwenden, stellte der Harburger mit der weißgrauen Borstenfrisur – berechtigte Kritik vorwegnehmend – fest. Alles in allem gab es an diesem Abend  viel Kurzweil – aber kaum Höhenflüge.

Strunk-Werk im Deutschen Theater
Mit seinem Buch „Fleisch ist mein Gemüse“ hat Heinz Strunk im Jahr 2004 einen Überraschungserfolg gelandet. Inzwischen ist das autobiographische und humoristische Werk, das die Erlebnisse eines Tanzband-Musikers in Norddeutschland schildert, in den deutschen Theatern angekommen. Am Sonnabend, 27. April, hat eine Bühnenfassung der Geschichte um 19.45 Uhr Premiere im Großen Haus des Deutschen Theaters (DT) Göttingen. Regie führt Antje Thoms. Moritz Pliquet spielt die Hauptfigur Heinz, genannt Heinzer. Der leidet unter dramatischer Akne und würde so gerne Rockstar werden. Doch dann landet er bei der Tanzband Tiffanys und tingelt fortan über die Schützenfeste und Scheunendiscos in Norddeutschland. Unter der musikalischen Leitung von Fred Kerkmann leben im DT Evergreens wie „Sag mir quando, sag mir wann“ wieder auf. Kartentelefon: 05 51 / 49 69 11.pek

Von Marie Varela

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Triumph mit Schlichtmusik
Endlich auf der Bühne: Heinzer (mit grünem T-Shirt: Moritz Pliquet) darf bei der Tanzband „Tiffany’s“ mitspielen.

Vor einer Woche war Heinz Strunk zu Gast im Jungen Theater und hat aus seinem jüngsten Roman gelesen, dem vorerst letzten autobiographisch gefärbten, hatte er dem Publikum erklärt. Am Sonnabend hatte nun eine dramatisierte Fassung von „Fleisch ist mein Gemüse“ Premiere im Deutschen Theater (DT).

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