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Herbert-Grönemeyer-Musical in der Göttinger Stadthalle

„Halt mich“ Herbert-Grönemeyer-Musical in der Göttinger Stadthalle

Schon viele Künstler versuchten seine Lieder zu covern. Einige sind damit berühmt geworden, andere maßlos gescheitert. Oft imitieren ihn Komiker und sind stolz auf ihre mehr oder minder gelungenen Parodien.

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Bessere Sänger als Schauspieler: Mitglieder des Ensembles der Musical Factory Gardelegen.

Quelle: Heller

Göttingen. Seine Art zu singen ist nun einmal anderes. Und das hat Herbert Grönemeyer auch zu dem Musiker gemacht, der er heute ist. Nun versuchte sich das Ensemble der Musical Factory Gardelegen (MFG) an den größten Hits Grönemeyers und gastierte mit dem Musical „Halt mich“ in der Stadthalle.

Die Geschichte des Stücks kommt mit jungen Darstellern in alten Gewändern daher. Abgetragen aber funktionell. Frau betrügt Mann, Mann zieht mit Kumpel und wilden Plänen um die Häuser, Frau und Mann merken – Überraschung – dass sie doch füreinander bestimmt sind. Szenische Darstellung, auf Grönemeyers Musik abgestimmt. Die Hits funktionieren. Leichte Kost, die recht gut inszeniert ist.

Im Mittelpunkt steht die Geschichte um Marie (Kristin Müller) und Willi (Jens Krüger). Nachdem er sie in flagranti  mit dem Musiker Sky (Jonas Schmidt) bei einem Seitensprung erwischt hat, schmeißt Willi seine – bis dato – große Liebe aus der Wohnung. Sein Freund Charlie (Chris Meloni) will ihn aufheitern.

Alkohol und Erinnerungen an bessere Tage sollen helfen. Schauplatz ist meistens die Currywurstbude von Erika (Anne Wandrey). Andere Orte werden durch Projektionen auf einer großen Leinwand dargestellt. Die MFG verwendet viel Technik. Neben Scheinwerfern und bunten Lichtern, kommen unter anderem Nebelfontänen als Unterstützung für die Performance der Künstler zum Einsatz.

250 Leute in der Stadthalle

Der Gesang funktioniert besser als das Schauspiel. Der Tanz ist nicht immer synchron, aber doch ansehnlich. Christina Marie Bünsow sticht als beste Tänzerin hervor.

Das Ensemble unterhält die knapp 250 Leute in der Stadthalle zunehmend gut. Vor allem die ersten Reihen. Kein Wunder. Dort sitzen eingefleischte Grönemeyer-Fans, die sich über das Forum „Letzte-Version“ zum gemeinsamen Musicalschauen verabredet haben. Schon vor dem Stück starten sie mehrere La Olas. Als Sky im Lied „Video“ behauptet: „Das ist der beste Song auf der Platte“, antwortet einer der Fans lauthals: „Ja, genau“.

Das restliche Publikum scheint am meisten Spaß mit Willi und Charlie zu haben. Dies ist nicht nur der Tatsache geschuldet, dass sie Grönemeyers Hits „Alkohol“ und „Männer“ singen. Die Rollen der zwei Künstler sind im Vergleich zu denen von Marie und Sky ausgearbeiteter. Sie singen aber auch besser.

Ein älteres Ehepaar, dargestellt von Mirjam Misterfeld und Ulf Wilmaerstedt, bringt das Publikum zum Lachen. Sie tanzt oft, und er erzählt lustige Geschichten. Unter anderem muss er immer wieder neue Dosenöffner kaufen, weil seine Frau sie „nicht in die Schublade legt“.

Das verringert seine Liebe aber nicht im Geringsten: „Wenn ich noch so viele Dosenöffner kaufen müsste, wäre mir das egal“, sagt der Mann und bringt Willi zum Nachdenken, ob die Trennung von Marie richtig war. Das Finale wird eingeläutet und das Ensemble endet mit „Liebe liegt nicht“. Vor allem die ersten zwei Reihen fordern laut Zugabe.

Von Friedrich Schmidt

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