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Hochstimmung mit Riders Connection im Kulturclub Apex Göttingen

Spiel- und Lebensfreude pur Hochstimmung mit Riders Connection im Kulturclub Apex Göttingen

„Ihr sitzt alle, wir sind eigentlich eine Tanzkapelle“! Gitarrist und Sänger Philipp Ressel gibt das Motto des Abends vor. Den Rest erledigt das Publikum selbst. Stühle und Tische werden zur Seite gerückt. Das Apex wird am Mittwoch zum Tanzsaal und die Party kann beginnen. Riders Connection aus Berlin spielen auf. Neben Ressel sind das die „lebende Beatbox“ Moritz Eickworth und Bassist Aleksef Salod.

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„Ihr sitzt alle, wir sind eigentlich eine Tanzkapelle“! Gitarrist und Sänger Philipp Ressel (M) gibt das Motto des Abends im Apex Göttingen vor.

Quelle: Pförtner

Zur Einstimmung gibt es vom Manager der Band J.P. Son stimmungsvoll luftig leichte Songs zur Gitarre im Stile von Jack Johnson. Son ist auch Musiker, kommt aus Südafrika und macht das hin und wieder „wenn mal kein Support vorgesehen ist“.

Dann kommt die humorige Aufforderung, die Handys auszuschalten, ansonsten würden sie eingezogen. Riders Connection legen mit dem noch eher besinnlichen Cover „Delicate“ von Damien Rice los. Schon darin wird offensichtlich, über welch gewaltiges Stimmvolumen Ressel verfügt. Was im Singer-Songwriter Stil beginnt, nimmt Fahrt auf, wenn Bass und Beatbox hinzukommen.

Die Band hat in Berlin viel Straßenmusik gemacht und die dabei gefragte Spontaneität prägt ihren Auftritt. Dazu gibt es Textzeilen wie „Ich hab' kein Geld, also mach ich Musik“ oder den passenden Titel „Busker“. Zu diesem Stück werden die Stühle gerückt und die Band liefert anschließend einen schweißtreibenden Auftritt, den das Publikum so schnell nicht vergessen wird. Es wird viel improvisiert mit vorwiegend eigenem Material und auf der Bühne. Beim Umstöpseln der Gitarre gibt es auch mal Zwiegespräche über den Amp und seine viel zu vielen Knöpfe.

Neben seinem Gitarrenspiel gibt Ressel auch immer wieder beeindruckende solistische Einlagen mit seiner Mundtrompete. Salod steuert die groovenden Baselines dazu und was Eickworth seinen Lippen entlockt ist schlicht genial. Er schafft es, die gesamte perkussive Begleitung von Reggae über Hip Hop zu Drum n´Bass und Techno mit seinem Mund zu erzeugen.

Dabei bleibt dem Zuhörer sprichwörtlich die Spucke weg. Zu „Ich bin der König im Affenstall“ kommt auch all ihr komödiantisches und mimisches Können zum Ausdruck. Und wenn sie dann keine Lust mehr auf die normalen Songs haben, gibt es eine Improvisation mit Jazzeinschlägen und einem Melodikaintro.

Darin legen sie einen Parforceritt durch unterschiedliche Stile hin und der gesamte Saal wogt im Rhythmus von Reggae über Hip Hop bis hin zu einem grandiosen Technofinale. Etliche Zugaben folgen. Einer Johnny Cash-Imitation mit treibendem Countrybeats folgt ein ukrainisches Lied gegen den Krieg, und zum Ende des Konzertes zitiert Salod Zeilen aus „The end“ von den Doors. Ein berauschender Abend!

Von Jörg Linnhoff

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