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Hochvirtuos: Pianistin Magdalena Müllerperth im Göttinger Clavier-Salon

Frühe Meisterschaft Hochvirtuos: Pianistin Magdalena Müllerperth im Göttinger Clavier-Salon

Junge Talente und aufstrebende Newcomer sind regelmäßig zu hören in einer Konzertreihe, die Gerrit Zitterbart speziell für „junge internationale Preisträger“ am Klavier eingerichtet hat. Was die Besucher des Clavier-Salons am Donnerstag erlebten, war jedoch eindeutig ein Fall früher Meisterschaft.

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Magdalena Müllerperth.

Quelle: Henkel

Göttingen. Magdalena Müllerperth stellte ein ebenso anspruchsvolles wie breit gefächertes Programm vor und begeisterte durch ihre profunde Virtuosität und Ausdruckskraft.

Ludwig van Beethovens „Pathétique“ stand programmatisch am Anfang des Konzerts: Stets griff die Pianistin in die oberste Schublade, zu den bedeutenden Werken der Komponisten. Ihre Technik und virtuose Brillanz legitimierte dieses Vorgehen dabei voll und ganz.

So legte sie die „Pathétique“ mit begeisterndem Schwung und einer Verve hin, die schlichtweg Staunen machte: Es war begeisternd zu erleben, welche Seelenkräfte sie mobilisierte für dieses Werk, das doch ganz Aufschrei und Ausdruck ist.

Ganz wie Beethoven bricht auch Alban Berg mit der Konvention: Mit seiner Klaviersonate war nach der Pause der Schritt ins 20. Jahrhundert vollzogen und ein Bezirk des Fantastischen und Artistischen erreicht. Denn die Tonart ­h-Moll postuliert Berg nur noch pro Forma. Sie wird unterspült von einer Flut chromatischer Skalen und Akkorde.

Ein graziler Drahtseilakt

Technisch perfekt und aus einem inwendig glühenden Gefühlskern heraus gestaltete Müllerperth dieses Werk. Ein graziler Drahtseilakt in den höchsten Höhen des Diskant dagegen das Stück „Jeux d’eau“ von Maurice Ravel. Für Igor Stravinskys dreisätzigen Suite aus „Petruschka“ bot die 25-Jährige schließlich ein Maximum an Motorik und stählerner Härte auf.

Nach diesem Kraftakt vermeinte man, das Instrument rauchen zu sehen. Doch der 1898 von Theodor Steinweg gebaute Flügel war durchaus noch zu Lyrik und Poesie gestimmt: Müllerperth bedankte sich für den enthusiastischen Applaus mit der Liszt-Bearbeitung von Franz Schuberts „Ständchen“.

Zuvor hatte sie auch in Werken von Frédéric Chopin (Scherzi in E-Dur und b-Moll) sowie Felix Mendelssohn Bartholdy („Variations sérieuses“ d-Moll) brilliert: Ein hinreißendes Konzert, das mehr Zuhörer verdient gehabt hätte.

Von Matthias Körber

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