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Regional Holzschnitte von Heiner Bauschert in der Göttinger Torhaus-Galerie
Nachrichten Kultur Regional Holzschnitte von Heiner Bauschert in der Göttinger Torhaus-Galerie
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20:46 23.05.2013
Beim Ausstellungsaufbau: Ulrich Nauber mit Bauschert-Werken. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Als er später begann, sich für die Holzschnitte des schwäbischen Künstlers Heiner Bauschert zu interessieren, ahnte er nicht, dass er eben dessen Tierdarstellungen bereits in der Zoologie begegnet war.

700 dieser detailgenauen, feinen Abbildungen schuf Bauschert als wissenschaftlicher Zeichner für die Universität Tübingen.

Neben diesem heute ungewöhnlichen Broterwerb hinterließ der Grafiker ein Werk von rund 500 Holzschnitten, 220 Motive aus dem Nachlass des 1986 verstorbenen Tübingers hat Nauber in einer Sammlung vereint.

Auch im Norden bekannt machen

„Ich möchte Bauschert, dessen Arbeiten in Süddeutschland gut verbreitet sind, auch im Norden bekannt machen“, so Nauber.

Nach zwei Ausstellungen, im Max-Planck-Institut am Fassberg und in der Galerie Alte Feuerwache, zeigt er eine Auswahl von heute Nachmittag an in der Torhaus-Galerie.

Ein von Farbholzschnitten gestellter Rundgang durch die Jahreszeiten, von maiengelben Rapsfeldern über reifes Obst bis hin zum sturmumbrausten rotbunt belaubten Wegesrand, bestimmt einen Zyklus im Torhaus.

Man erkennt den präzisen Zeichner in der Linienführung der noch stark abbildlichen, frühen Schnitte der 60er Jahre, und kann an den freieren Werken der 70er und 80er Jahre, die den Schwerpunkt bilden, einen flächigeren, reduzierten Stil beobachten.

Immer im Zwiegespräch mit dem Holz

Er arbeitet mit mehreren Platten, ein- oder zweifarbig bis hin zu vielfarbigen Exemplaren, zum Beispiel bei einer südlichen Hafenlandschaft.

Man erahnt die großen Holzschneider des Expressionismus in der manchmal vehementen Formensprache, an anderer Stelle gelingt Bauschert verblüffende Reduktion.

Und schließlich geht er vom Material aus: Beim „Ölvogel“, einem verklebten, bemitleidenswerten Tier, bestimmen Lineament und Astlöcher der Platte die Formen des Flügels wie des Auges. So befand sich Bauschert immer im Zwiegespräch mit dem Holz, ein Selbstbildnis „Selbst im Holz“ bringt es auf den Punkt. 

Von Tina Lüers

Die Ausstellung in der Torhaus-Galerie, Kasseler Landstraße 1, wird am Freitag, 24. Mai, um 17 Uhr eröffnet. Bis zum 7. Juli ist sie freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

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