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Regional Schlussvorstellung der Quer-Quassler
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14:32 07.09.2017
Szene aus der Sommer-Schluss-Vorstellung der Quer-Quassler Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

„Was fällt euch zu diesem Sommer ein?“ Moderator Fred fragt nach, und die vielstimmige Antwort des Publikums ist eindeutig und prompt. „Regen“. Gemeinsam wird rhythmisch mit den Fingern geschnipst und auf die Schenkel geklatscht. Mit Regensound wird der Sommer verabschiedet. Eine schöne Idee für ein Warm-up, um den Abend zu eröffnen.

Das Publikum ist so wichtig wie die Spieler, erklärt Fred in einer kurzen Einführung. Schließlich sollen die Zuschauer mit ihren Ideen Inspirationen für die Szenen einbringen. Dann heißt es „5, 4, 3, 2, 1 … los“ für Tomke, Pascal, Stella, Anja, Julius und „special guest“ Olli, der die Impro-Theatergruppe 2006 am Theater im OP (ThOP) mitgegründet hat und inzwischen in den USA arbeitet. Begleitet werden die sechs erstmals musikalisch. Peter am Keyboard ist ganz neu im Team.

Eingefrorene Darsteller

Mit einem blitzschnellen Szenen-Wechsel, bei dem Spieler „eingefroren“ in der Körperhaltung abgelöst werden, starten die Akteure. Kurz und auf den Punkt legt das Ensemble gleich mit einer bemerkenswert hohen Pointendichte los. Mit einer abwechslungsreichen Mischung aus verschiedenen Spielformen geht es weiter. Und das Publikum bekommt reichlich zum Lachen.

Im Taubenzüchterverein sorgen Entenküken für Mordgelüste. Man hätte eben besser doch „keine billigen Eier aus Polen nehmen sollen“. Welches Tier sie gerade darstellen, müssen ein Zebra und ein Chamäleon („meine Zungenspiele sind legendär“) danach beim Ehetherapeuten durch Fragen herausbekommen. Während ein heruntergefallenes Eis eine Achterbahn der Emotionen in Gang setzt, will ein Zahnarztbesuch mit eher spröden Begriffen wie Zahnbürste, Kunst und Handy nicht wirklich zünden.

Neue Herausforderung

Das Ensemble spielt sehr harmonisch miteinander. Kaum zu glauben, dass die Spieler erstmals mit Musikbegleitung improvisieren. Musiker Peter setzt im Hintergrund souverän die atmosphärische Stimmung. Und außer Anja, die gesanglich stark punktet, stellen sich ihre Mitspieler, die mal mehr, mal minder bei Stimme sind, gelassen der neuen Herausforderung.

Höhepunkte der spontanen Show sind die längeren Spielszenen. Ein nekrophil veranlagter Azubi räumt in einem Bestattungsinstitut auf, wobei Zuschauer Maik sich bravourös als Ja-Sager schlägt. Gereimt, gesungen und getanzt wird ein verlorener Koffer mit schlüpfrigem Inhalt am Flughafen vermisst. Und im letzten Spiel, bei dem auch Moderator Fred und Quer-Quasslerin Kati mitspielen, folgt ein schräger Charakter auf den nächsten, zumeist treffsicher zwischen Tragik und Komik schwankend.

Die Spielfreude der Improgruppe ist groß. Für hohes Niveau sorgen vor allem Olli, der körperbetont, mit viel Spielwitz und großer Leichtigkeit dabei ist und Anja, die sehr souverän mit reichlich trockenem Humor großartige Pointen setzt. Temporeich, ausgelassen, eine kurzweilige unterhaltsame Show.

Weitere Auftritte: Immer am ersten Mittwoch im Monat, am 4.Oktober, 1. November und 6. Dezember um 20 Uhr im Live-Club „Plan B“ in Göttingen, Prinzenstraße 13.

Spontanes Spiel im Team

Das Besondere am Improvisationstheater ist, dass das Spiel „im Moment mit dem Zuschauer gemeinsam entsteht“, erklärt Fred, der seit zehn Jahren Improtheater spielt und seit sechs Jahren bei den QuerQuasslern dabei ist. Das Improvisieren bringe auch viel für das alltägliche Leben. „Man muss positiv sein.“ Spontaneität und Teamfähigkeit würden trainiert, die Wahrnehmung und Kommunikationsfähigkeit geschärft. „Man kann nie alleine spielen.“

Die QuerQuassler gehören zum Theater im OP (ThOP). Seit der Gründung im Jahr 2006 hat die Gruppe in wechselnden Besetzungen auf verschiedenen Göttinger Bühnen gespielt. Derzeit sind etwa zehn QuerQuassler aktiv. Training ist einmal in der Woche. Regelmäßig werden Anfänger-Workshops veranstaltet. Infos im Internet: QuerQuassler.de.

Von Karola Hoffmann

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