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In der Göttinger Stadthalle: „The Bohemians“ mit Hits von „Queen“

Spektakel mit Schnurrbart In der Göttinger Stadthalle: „The Bohemians“ mit Hits von „Queen“

„Tribute-Band“ ist ein hässliches Wort, und das wahrscheinlich zurecht. Sofort denkt man an schlechte Interpretationen von Titeln, die man wahrscheinlich ohnehin schon zu oft gehört hat. „The Bohemians“ aus London sind so eine nach Authentizität trachtende Gruppe, die einzig Hits von Queen zum Besten gibt. Ihre Show in der Göttinger Stadthalle ließ derlei Vorbehalte aber weitestgehend verschwinden.

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Hausaufgaben gemacht: Rob Comber und Christopher Gregory (r.).

Quelle: CR

Göttingen. Denn: die musikalische Energie der wohl größten Rockband des letzten Jahrhunderts hält noch bis heute vor, sofern man genug Talent hat, sie zu bündeln. Und an der Tatsache, dass sich hier Profis auf der Bühne versammelt haben, ließ schon die opulente Bühnenbeleuchtung keinen Zweifel: Das Konzept von „A Spectacular Night of Queen“ ist das eines effektreichen Gesamtkunstwerks.

Mit Schnurrbart

In dessen Mitte steht Rob Comber als Freddie Mercury , natürlich mit Schnurrbart. Seine Gesangsstimme ist der des Vorbilds tatsächlich ähnlich – nicht mehr und nicht weniger. Was die Expressivität des Auftretens angeht, hat Comber seine Hausaufgaben gemacht: Gesten und Bewegungen entsprechen ganz dem Original, die schrillen Outfits sind dabei der am leichtesten zu reproduzierende Teil.

Christopher Gregory hat nicht nur die Haarpracht, sondern auch das Gitarrenspiel von Brian May übernommen. Den im kollektiven Hörbewusstsein in Stein gemeißelten Soli begegnete er mit Respekt, aber ohne Demut: Hier und da waren kleine Veränderungen zu hören, die sich allesamt gut in den musikalischen Fluss fügten.

Bläser- und Streicherensemble

Den vier Bandmitgliedern waren zudem ein Bläser- und ein Streicherensemble sowie Backgroundsänger zur Seite gestellt – alles unter der sympathisch-verschroben wirkenden Führung eines Dirigenten. Schade war, dass beim Spektakel von den Bohemians eher auf die Beleuchtung als auf den Klang geachtet wurde. Das Endprodukt war manchmal schlecht abgemischt, Combers Stimme und das Klavierspiel gingen daher oft im zu lauten Ensemblebrei unter.

Letztendlich konnte „A Spectacular Night of Queen“ aber überzeugen: Natürlich bleibt das Original unerreicht, aber dennoch lieferten „The Bohemians“ eine tolle Show. Das Publikum, das die Stadthalle nur zur Hälfte gefüllt hat, nutzte den Platz jedenfalls trotz Bestuhlung ausgiebig zum Tanzen.

Von Jonas Rohde

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