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00:24 08.01.2016
Viel unterwegs im Ausland: die Malerin Gabriele Schaffartzik. Quelle: CH
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Bösinghausen

Vor einem Fenster im Atelier steht ein kleiner Arbeitstisch mit Malutensilien, ein Arbeitsplatz mit Staffelei an der anderen Seite, daneben ein antikes rotes Sofa, ein Tisch und ein Regal mit Literatur. An zwei Wänden hängen Bilder, weitere stehen gruppiert zusammen.

 

Farbenprächtig, fantasiegeladen und expressiv sind die Bilder. Vögel mit riesigen Schnäbeln sind auf Leinwänden zu sehen. Außerdem Granatäpfel und Puppen in verschiedenen Konstellationen. Farben und Motive „schleichen sich hinein“ in die Bilderlandschaften, in denen es viel zu entdecken gibt. „Meine Bilder meinen, etwas zu erzählen. Aber ich erzähle nicht die Geschichte zu den Bildern, weil ich sie ja malerisch gestalte“, sagt die 51-Jährige. Im Prinzip konstruiere sich jeder Betrachter seine eigene Geschichte.

 

„Ich arbeite grundsätzlich in Serien, weil eine Serie immer die Möglichkeit eines intensiven Prozesses bietet“, erläutert Schaffartzik. „Im Prinzip ist es mein persönlicher Dialog. Ausgangspunkt sind immer persönliche Erfahrungen, Erinnerungen und Assoziationen, die ich, wenn ich sie auf Papier oder Leinwand bringe, sozusagen zwischen Kalkül und Zufall gestalte.“ In Serien sei alles miteinander verquickt und entwickle sich weiter.

 

Auch der Arbeitsprozess in ganz vielen Schichten gehört für Schaffartzik grundsätzlich dazu. Ein Vorgang, der auch die Ikonenmalerei kennzeichnet, zu der die Mutter zweier erwachsener Söhne während eines Studienaufenthaltes in Paris kam. Überhaupt male sie gerne mit allem, was ihr „unter die Finger kommt“, und sie arbeitet mit einer Mischung an Techniken. Ganz klassisch mit Ölfarben, mit Wachsmalkreide gekratzt und geschabt, als Pastell und mit Acrylfarben, grafische Elemente mit Bleistift und Fineliner gesetzt. Auch wenn die Bilder mitunter wie Collagen aussehen, sei immer alles gemalt oder grafisch gestaltet.

 

Gemalt habe sie eigentlich schon immer, erzählt die gebürtige Bremerin. Während eines Aufenthaltes in Polen studierte sie neben Slawistik auch an der Akademie der schönen Künste sowie in Ikonen-Werkstätten in Russland, Frankreich und Österreich. 2012 haben ihre „Auslandsgeschichten angefangen“. Seither ist sie viel unterwegs auf Künstlersymposien und als „Artist in Residence“ unter anderem auf dem Balkan und in der Türkei. Rund 15 Ausstellungen bestückt Schaffartzik pro Jahr, darunter viele internationale Gruppenausstellungen.

 

„In der künstlerischen Arbeit ist mir der Prozess an sich wichtig“, erklärt Schaffartzik. „Am Anfang eines Bildes gibt es nicht eine Idee, die ich abarbeite, sondern einen Ausgangspunkt. Und es ist nicht klar, wo es endet. Ein Bild entsteht eigentlich erst im Laufe der Arbeit.“

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